Geglückter Beginn einer langen Geschichte im Brucknerhaus

Markus Poschner startet mit Bruckner Orchester in neue Konzertreihe

Markus Poschner begeisterte mit seinem Bruckner Orchester im Brucknerhaus.
Markus Poschner begeisterte mit seinem Bruckner Orchester im Brucknerhaus. © BOL/P. Moser

Am Sonntag setzte das Bruckner Orchester mit einem Konzert den Beginn der neuen Konzertreihe im Brucknerhaus. Trotz der Corona-Pandemie und der daraus resultierenden Änderung im Programm, waren schon lange keine Karten mehr für diese Veranstaltung zu bekommen. Eine Konzerteinführung und die „Rote Sofastunde“ als Plauderstündchen vor Beginn waren interessanten Angebote des Chefdirigenten Markus Poschner.

Seit 2017 ist Poschner der Chef des Bruckner Orchesters Linz (BOL) und es regnet für ihn Anerkennung und Auszeichnungen, fast am fließenden Band. Für manche neuen Formate und unerwartete Gastspielorte des BOL gibt es zur Zeit viel Zuspruch und auch Besucherrekorde. Den gelungenen Nachmittag im Brucknerhaus krönten auch illustere Gäste wie Landeshauptmann Thomas Selter und die Rektorin der Anton Bruckner Privatuniversität, Ursula Brandstätter, die, wie berichtet, Markus Poschner zum Honorarprofessor der Anton Bruckner Privatuniversität ernannten.

Nach dieser Ehrung ging es an das Konzertprogramm und die Uraufführung der Kammersinfonie Nr. 3 für Streichorchester vom georgischen Komponisten Sulchan Nassidse (1927-1996) in einer Bearbeitung von Markus Poschner. Gewidmet hat er sie dem Georgischen Kammerorchester, dessen Chefdirigent Markus Poschner von 2000 bis 2006 war. Die Begegnung mit dieser unverwechselbaren Musik, dem Klagegesang mit getriebener Expressivität und Melancholie, regte Markus Poschner auch als Pianist an, sich an den bereitstehenden Flügel zu setzen. Mit dem virtuosen Hugo Siegmeth als bravourösen Sopransaxofon- und Bassklarinettenspieler wurde über diese Tonsprache gemeinsam meditiert. Es entstanden freie Improvisationen in einem wunderbarem Duo-Wechselspiel, dem sich gelegentlich der Streicherapparat — spieltechnisch auf das Äußerste gefordert — einfügte und als Klangkulisse agierte. Großer Applaus und sofort folgte in Geberlaune eine lockere Zugabe der beiden Solisten.

Die populärste Schöpfung des Bonner Meisters

In der Pause erfolgte auf der Bühne die Aufstockung des Orchesters für Beethovens Fünfte, als Ersatzstück für Mahlers Neunte am Programm. Markus Poschners Dirigat passierte auswendig, konzentriert auf die zügigen Tempi der wohl populärsten Schöpfung des Meisters aus Bonn. Eine allgemeine Auffassung steht in Beethovens „Schicksalssinfonie“ wie eine musikalisch stilisierte Versinnbildung des menschlichen Ringens: „per aspera ad astra“ — „durch Nacht zum Licht“.

Tatsächlich gelang dem Publikum, mit Aufforderung Poschners, eine Steigerung des Applauses mit den Bläsern im Finale — so wie im Theater an der Wien bei der Uraufführung 1808. Frenetischer Jubel zum Ende dieser geglückten Aufführung.

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