Gehirntumore können auch aus Blutgefäßzellen entstehen

Nicht nur Nervenzellen, sondern auch Stützzellen für Blutgefäße können Gehirntumore (Glioblastome) bilden, berichtet ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung im Fachjournal „Science Advances“.

Die Heilungschancen für Patienten mit Krebsgeschwüren aus Blutgefäßzellen sind geringer als für solche mit Nervenzelltumoren.

Ein Team um Patrik Ernfors vom Karolinska-Institut in Stockholm (Schweden) untersuchte mit Computeralgorithmen die Aktivitätsveränderungen in bösartig veränderten Gehirnzellen von 100 Patienten.

„Die Tumorzellen konnten zuverlässig zwei Zelllinien zugeordnet werden“, schrieben die Forscher in der Fachpublikation: Einerseits Nervensystem-Gewebezellen (Gliazellen) und zweitens Zellen rund um die feinen Blutgefäße im Gehirn (perivaskuläre Zellen).

Glioblastome sind die häufigsten Hirntumore und haben selbst bei aggressiven Therapien meist einen schweren Krankheitsverlauf. Bisher glaubte man, dass sie ausschließlich aus Nervenzellen oder Stützzellen des Nervengewebes (Gliazellen) entstehen, so die Forscher, zu denen auch Igor Adameyko vom Zentrum für Hirnforschung der Medizinischen Universität Wien gehört: „Unsere Resultate weisen aber darauf hin, dass Glioblastome auch aus dem Blutgefäßsystem des Gehirns entstehen können.“

Bei allen 100 Patienten war nur in „hochgradigen“ Tumoren eine Blutgefäßzellherkunft zu erkennen. „Patienten mit solchen Glioblastomen haben demnach einen signifikant schlechteren Krankheitsausgang“, erklären sie.

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