Geisterhäuser (Stefan Hefele/Eugen E. Hüsler)

Die Berge gelten gemeinhin als idyllischer Naturraum. Dabei haben sie die Menschen schon seit Jahrtausenden für ihre Zwecke genutzt. Manchmal gingen sie wieder weg, ihre Spuren blieben. „Geisterhäuser.

Verlassene Orte in den Alpen“ heißt ein neuer Bildband, der den morbiden Charme des Vergänglichen eindrucksvoll vor Augen führt. Bauern, Händler, Kriegsheere und der Tourismus haben sich in der Bergwelt an- und dann bisweilen wieder abgesiedelt. Autor Eugen E. Hüsler und Fotograf Stefan Hefele haben diese untergegangene Welt besucht. Sie führen zu verlassenen Häusern und Dörfern, auf alte Kriegswege und zu Industrie- und Tourismusruinen. Während Hefele diese Landschaften in teils epische Bilder gegossen hat, erklärt Hüsler die interessanten und oft bewegenden Geschichten dahinter.

Verlassen wurden nicht nur Bauernhöfe oder teilweise ganze Ortschaften, auch schmucke Landschlösser hat man dem Verfall preisgegeben. Im ruinösen Zustand wirken sie unheimlich bis schaurig, aber auch imposant. Fast majestätisch erscheinen verrostete Industrieruinen. Eine nostalgische Bergtour durch ein dem Vergessen anheimgefallenes Europa. Besucht werden u. a. Lost Places in Frankreich, Italien und der Schweiz, aber auch in Österreich. Im Schatten der Glocknerstraße dämmern etwa die ehemaligen Thermalanlagen von Bad Fusch vor sich hin …

Stefan Hefele, Eugen E. Hüsler: Geisterhäuser. Bruckmann, 240 S., € 51,40