Gelungenes Debüt: Bruckner in der Kepler-Uni

Das Bruckner Orchester erntete Begeisterung bei seinem ersten Auftritt am Campus

Am Montag debütierte das Bruckner Orchester mit seinem Chefdirigenten Markus Poschner in der Kepler-Uni, demnächst geht es für den renommierten Klangkörper hinaus aufs Land.
Am Montag debütierte das Bruckner Orchester mit seinem Chefdirigenten Markus Poschner in der Kepler-Uni, demnächst geht es für den renommierten Klangkörper hinaus aufs Land. © JKU/Wakolbinger

Von Georgina Szeless

Nicht etwa mit dem von Christian Radner geleiteten Universitätsorchester, das mit dem Einzug der Gladiatoren begrüßte, kam Bruckner in die Johannes-Kepler-Universität Linz, es war das Bruckner Orchester unter seinem Chef Markus Poschner. Möglich wurde das außergewöhnliche Konzert am Montag durch die glückliche Verbindung mit dem Kepler Salon, dessen Intendant Norbert Trawöger auch Künstlerischer Direktor des Bruckner Orchesters ist. Auf dem Programm stand die landläufig als Bruckners „Nullte“ bezeichnete Sinfonie in d-moll aus 1869.

Rektor Meinhard Lukas verschwieg in seinem wissenschaftlichen Impulsvortrag über die Geistesgiganten Leonardo da Vinci, Johannes Kepler und Anton Bruckner nicht seine Bedenken wegen der möglichen Klangunzulänglichkeit des Uni-Festsaales für Konzertansprüche. („Wir werden dem Festsaal die Akustik schon beibringen“, so Poschner). Dann wurde genau dieses vermeintliche Problem zu einer großen Überraschung auch für geübte und verwöhnte Hörer von Bruckner-Sinfonien.

Zu größten Erfolgen führendes Einverständnis

Das mehr als gelungene Gastspiel am Campus baute auf ein uneingeschränktes Vertrauen in den Bruckner-Exegeten Poschner. Dass er seinen Bruckner über die Zeichengebung hinaus mit allen perspektivischen Zusammenhängen präsentiert, davon überzeugte nicht zum ersten Mal eine präzise Analyse über das Werk, das er vorher auch in Worten erläuterte und auch zu hören empfahl. Das Bruckner Orchester folgte ihm geistig, seelisch und mit Herz musizierend, schon lange kein Geheimnis mehr bei dem zu größten Erfolgen führendes Einverständnis mit seinem Chefdirigenten. Lange Gespräche in den Gängen beendeten den quasi als ein Plädoyer für die Universitas des Wissens gestalteten Abend.Man darf auf Fortsetzung hoffen.

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