Hallenbad für Bezirk Rohrbach ist nun endgültig auf Schiene

Am neuen Hallenbad in der Stadt Rohrbach-Berg sind alle 37 Gemeinden des Bezirkes beteiligt

Seit 2015 wurde im Arbeitskreis am Projekt „Bezirkshallenbad Rohrbach“ gefeilt, jetzt ist es in trockenen Tüchern, sehr zur Freude der Protagonisten. V. l.: LAbg. Georg Ecker, Stadtamtsleiterin Karin Fellhofer, Bürgermeister Andreas Lindorfer, GR Ulrike Schwarz und Stadtrat Andreas Hannerer.
Seit 2015 wurde im Arbeitskreis am Projekt „Bezirkshallenbad Rohrbach“ gefeilt, jetzt ist es in trockenen Tüchern, sehr zur Freude der Protagonisten. V. l.: LAbg. Georg Ecker, Stadtamtsleiterin Karin Fellhofer, Bürgermeister Andreas Lindorfer, GR Ulrike Schwarz und Stadtrat Andreas Hannerer. © Stadtgemeinde

Von Markus Ebert

Seit Dienstagabend ist das Projekt „Bezirkshallenbad Rohrbach“endgültig auf Schiene — weil auch in der Gemeinde St. Veit ein einstimmiger Gemeinderatsbeschluss über die Mitfinanzierung gefasst wurde. Es sei dies schon „ein kleiner Freudentag“, gestand der Bürgermeister der Bezirkshauptstadt Rohrbach-Berg, Andreas Lindorfer (ÖVP), gestern bei der frühmorgendlichen Projektpräsentation ein. Er leitet seit dem Jahr 2016 den Arbeitskreis Hallenbad und gab freimütig zu, dass er insbesondere gegen Ende 2018 „nicht mehr sehr positiv“ gestimmt gewesen sei, dass das Vorhaben auch das Licht der Welt erblickt. Auch SPÖ-Stadtrat Andreas Hannerer war laut eigenen Worten „ein paar Mal so weit, den Hut draufzuhauen“.

Im Herbst 2022 könnte geschwommen werden

Nun aber könnte — bei einem „ambitionierten und sportlichen“ Zeitplan, so Lindorfer — im Bezirkshallenbad im Herbst 2022 erstmals geschwommen werden. Dass bei der Realisierung alle 37 Gemeinden unter einen Hut gebracht werden konnten, sei schon „einzigartig in Österreich“, freute sich Lindorfer. Als „Zeichen der Solidarität“ wertet es Lindorfer, dass auch die am weitesten von der Bezirkshauptstadt entfernten Gemeinden ihren Finanzierungsbeitrag leisten.

Gesamtprojekt kostet elf Millionen Euro

Finanziell steht das Vorhaben, für das eine Gesamtinvestitionssumme von elf Millionen Euro veranschlagt ist, auf mehreren Säulen. Vom Land OÖ gibt es eine Förderung von 7,5 Millionen Euro, über drei Millionen Euro wird ein Investitionsdarlehen aufgenommen, und vorerst jedenfalls 500.000 Euro können über Leader-Förderungen lukriert werden. Sehr ausgeklügelt ist die Tilgung des auf 25 Jahre aufgenommenen Darlehens: Die Gemeinden leisten einen je nach Entfernung zur Stadt Rohrbach-Berg abgestuften Anteil je Einwohner — mit Ausnahme von Rohrbach-Berg und (vorerst) von Ulrichsberg.

Rohrbach-Berg trägt den Betriebskostenabgang

Die Bezirkshauptstadt ist von der Tilgung „befreit“, weil sie den kompletten Betriebskostenabgang schultert, wofür Bürgermeister Lindorfer im Jahr zumindest 200.000 Euro ansetzt. Auch das Grundstück steuert die Stadt bei. Lindorfer will diese massive Beteiligung auch „als Zeichen an den Bezirk“ verstanden wissen. Ulrichsberg wiederum steigt dann in die Re-Finanzierung ein, wenn das dortige Hallenbad seine Pforten schließen muss.

Errichtet wird das Bezirkshallenbad beim Freibad und dem Schulzentrum, also „im Herzen der Rohrbacher Bildungs- und Sporteinrichtungen“, sagt Stadtchef Lindorfer. Mit dem Hallenbad sind mehrere Zielsetzungen verknüpft. Zwar sei der Hauptzweck die Förderung des Schulschwimmens, wie Grünen-Fraktionsobfrau Ulrike Schwarz betont, einig ist sie sich mit LAbg. Georg Ecker (OÖVP) aber darin, dass das Bad auch zur Attraktivierung von Rohrbach als Wohnbezirk beitragen soll.

„Wichtig, die Jungen im Bezirk zu halten“

Es sei wichtig, „die jungen Leute im Bezirk zu halten, damit wir auch Arbeitskräfte für neue Betriebe haben“, betont Ecker, der sich übrigens vorstellen kann, dass aus Leadermitteln Zusatzeinrichtungen wie etwa eine Erlebnissauna gefördert werden könnten. Außer Streit steht für den Abgeordneten, dass es „beispielgebend für ganz Österreich“ sei, wie der Bezirk hier zusammenarbeitet.

Schwimmsektion ist bereits in Gründung

Profitieren könnte auch der Schwimmsport, in Rohrbach-Berg ist eine Union-Schwimmsektion in Gründung. Und für Bürgermeister Lindorfer ist nach wie vor klar, dass man „ein Gesamtprojekt mit Frei- und Hallenbad, Hotel und Kino“ auf dem rund 15.000 Quadratmeter großen Areal realisieren wolle.

Nächster Schritt ist nun die Erarbeitung eines Vorprojektes, noch nicht entschieden ist laut dem Bürgermeister, ob es einen Architektenwettbewerb geben werde.

Wie ist Ihre Meinung?