Markus Ebert

Meinung

von Markus Ebert

Genau hinschauen

Die Wiener Wahl ist geschlagen, die wesentlichen Pflöcke sind eingeschlagen, auch wenn auf das vorläufige Endergebnis noch gewartet werden muss, weil rekordverdächtige 382.000 Wahlkarten ausgestellt worden waren. Allfällige Veränderungen im Stimmenanteil ändern nichts daran, dass die Wiener eine Frage klar beantwortet haben: Sie trauen es nach wie vor mit Abstand der SPÖ am ehesten zu, die Stadt zu führen, zu gestalten sowie Probleme zu lösen. Man wird sehen, ob die Wahl des (neuen?) Koalitionspartners dort und da auch einen Paradigmenwechsel zulässt. Wiewohl Wien in Rankings zu Lebensqualität oder Wohlfühlfaktor immer weit vorne rangiert, steht die neue Stadtregierung vor großen Herausforderungen. Ob Arbeitsmarkt, Integration oder Bildung, ob nun bei der Corona-Bekämpfung oder bei diversen finanziell aus dem Ruder laufen städtischen Bauvorhaben: Zu tun gibt es einiges.

Aus der Perspektive der Provinz gilt es schon deswegen genau hinzuschauen, was Wien tut, weil die Bundeshauptstadt von Steuermitteln im Bundesländervergleich überdurchschnittlich profitiert. Die Debatte, wie die Bevorzugung Wiens eingebremst werden kann, muss weitergeführt werden. Das ist kein Wien-Bashing, sondern föderalistische Pflicht.

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