Georg Thiel: Nachtfahrt

Georg Thiel erzählt in seinem neuen Roman „Nachtfahrt“ die ziemlich überdrehte Geschichte der vier Freunde Johannes, Markus, Matthäus und Lukas, in deren Leben es trotz ihrer Namen nicht sehr biblisch zugeht.

Die Chaotentruppe manövriert sich vielmehr von einer Katastrophe in die nächste. Für Lesende ist das — pardon — zum Totlachen. Es ist fast eine Hassliebe, die die vier nach den Evangelisten benannten Protagonisten, die sich seit Kindertagen kennen, verbindet. Der intellektuelle Johannes arbeitet als wissenschaftliche Hilfskraft. Luke ist als schwindliger Immobilienmakler stets auf der Suche nach dem nächsten großen Ding.

Studienabbrecher Matthis hat eine Vorliebe für bewusstseinserweiternde Substanzen, die ihn in Schwierigkeiten mit dem Gesetz bringt. Und Markus studiert nur widerwillig Medizin und hat eine Freundin, die Johannes etwas zu gut gefällt. Der Erfolg hat sich im Leben der vier Männer noch nicht recht eingestellt.

Da muss man sich etwas einfallen lassen. Sie beschließen, einen Wochenendausflug in eine Jagdhütte aufs Land zu unternehmen, dieses Männerwochenende entwickelt sich jedoch mehr und mehr zum Höllentrip.

Wie schon in „Die Natur der Dinge“ (2020) entwirft der Wiener Autor Thiel gescheiterte Figuren, die man einerseits umarmen, andererseits erwürgen möchte. Ein schräges Stück Literatur mit viel morbidem Humor.

Georg Thiel: Nachtfahrt. Braumüller Verlag, 240 Seiten. 24 Euro

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