Geschützt in die Grippesaison

Im vergangenen Winter mussten besonders viele Österreicher mit der „echten“ Grippe das Bett hüten. Tipps zur Vorbeugung und dem richtigen Umgang mit der Influenza und dem grippalen Infekt.

Landläufig werden die „echte Grippe“ (Influenza) und der grippale Infekt häufig in einen Topf geworfen, es kommt aber auf den Unterschied an. „Grippale Infekte können durch eine Vielzahl an verschiedenen Erkältungsviren ausgelöst werden“, erklärt Lungen-Primar Josef Eckmayr vom Klinikum Wels-Grieskirchen. „Die Symptome treten meist langsam mit Halskratzen auf, leicht erhöhte Temperatur ist möglich. Typisch ist der Schnupfen. Nach rund einer Woche sollten die Symptome abklingen.“

Bedrohlicher Virus

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Die Influenza hingegen wird durch einen bedrohlichen Virus verursacht, der nicht nur die oberen, sondern auch die unteren Atemwege angreift und mit einem plötzlichen, starken Krankheitsgefühl einhergeht. „Hohes Fieber und trockener Husten sind charakteristisch. Vor allem für Risikogruppen kann die Grippe gefährlich sein. Daher raten wir zur Impfung“, sagt Eckmayr.

„Sowohl bei der Grippe als auch beim grippalen Infekt ist bei normalem Verlauf Bettruhe und viel Trinken die beste Medizin“, weiß der Welser Allgemeinmediziner Wolfgang Raus.
„Die Grippe ist ansteckend, besonders in den ersten drei Tagen ist man hochinfektiös“, betont Rainer Gattringer, Leiter des Instituts für Hygiene und Mikrobiologie am Klinikum Wels-Grieskirchen. Die Viren können durch Tröpfcheninfektion weitergegeben werden.
„Bei gewöhnlichen Infekten bleibt man am besten zu Hause, meidet Menschenansammlungen und schont sich. Verläuft die Erkrankung schwerer, sollte der Hausarzt aufgesucht werden“, rät Gattringer.

In der Grippesaison 2017/18 wurden im Klinikum Wels mehr als 1300 Influenza-Fälle diagnostiziert. „Ein Grund, weil zu wenige Menschen geimpft sind“, betont Oberarzt Wolfgang Pammer: „Mit einer Impfung kann man sich gegen die ,echte‘ Grippe in hohem Ausmaß schützen und fällt als Überträger aus. Experten raten zur Impfung im Oktober/ November. Es kann bis zu zwei Wochen dauern, bis der Impfstoff wirksam ist. Aber auch später macht es noch Sinn.“

Mich hat es erwischt – Was tun?

„Nehmen Sie je nach Symptomatik schmerzlindernde, evt. fiebersenkende Mittel. Zur Abklärung der Beschwerden ist der Hausarzt erste Anlaufstelle.“

Wann ist die Abklärung im Krankenhaus notwendig?

„Bei schweren Krankheitsverläufen oder Grunderkrankungen mit erhöhtem Risiko ist eine Abklärung im Klinikum wichtig. Über 65-Jährige, Kinder und Schwangere sollten einen Arzt aufsuchen, der im Bedarfsfall ans Spital überweist.

Wie werde ich schnell gesund?

„Am besten das Bett hüten und viel trinken. Auch Hausmittel wie Essigwickel bei Kindern zum Fiebersenken einsetzen, oder eine kräftigende Hühnersuppe mit Ingwer essen. Bei der ,echten‘ Grippe sind bei Risikopatienten bzw. wenn ein schwerer Verlauf zu befürchten ist, frühzeitig antivirale Medikamente sinnvoll.“

Wann helfen Antibiotika?

„Antibiotika helfen nur bei einem bakteriellen Infekt. Die Grippe sowie die meisten viralen Infekte werden durch Viren ausgelöst. Manchmal kommt es im Verlauf eines grippalen Infekts jedoch zu einer bakteriellen Superinfektion.“