Nullnummer zerstörte die letzten Hoffnungen

Nations League: Österreich verpasste mit glücklichem 0:0 gegen Bosnien Gruppensieg

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FBL-EUR-NATIONS-AUT-BIH © AFP/Klamar

Ja ist denn heut’ scho’ Silvester? Dachten wohl einige Anwesende im Ernst-Happel-Oval als es im Sektor der Bosnier plötzlich hell aufleuchtete, Leuchtraketen und Knallkörper gezündet wurden. Dieser (überflüssigen) Hilfsmittel hätte es gar nicht bedurft, um Aufmerksamkeit zu erregen, denn mit ihrer ohrenbetäubenden Lautstärke und der riesigen Anzahl an Schlachtenbummlern verwandelten die Gäste-Anhänger den mit 37.200 Zuschauern gefüllten Prater auch so fast in einen bosnischen Hexenkessel.

In diesem musste sich Österreich mit einem glücklichen 0:0 begnügen, womit alle Hoffnungen auf Gruppenplatz eins und den Aufstieg endgültig zunichte gemacht wurden. Mehr als ein Zähler wäre aber auch nicht verdient gewesen. Schon Hälfte eins war chancenmäßig klar an die Südosteuropäer gegangen. Während das ÖFB-Team bis auf eine Arnautovic-Gelegenheit nach schnellem Einwurf (38.) offensiv nichts zu bieten hatte, näherten sich die Bosnier mehrmals gefährlich dem Tor von Heinz Lindner. Auch, weil Österreich dem Gegner, allen voran Superstar Edin Dzeko, speziell im Zentrum viel zu viel Platz ließ. Er setzte seine beste Gelegenheit aber knapp neben das Tor (33.), auch der brandgefährliche Edin Visca vergab zweimal (26., 45.).

Kurze Drangperiode

In der Pause stellte Teamchef Franco Foda, der seine Truppe im 4-2-3-1 aufs Feld geschickt hatte, um, brachte Xaver Schlager für den blassen Florian Kainz. Und das sorgte für Schwung im bis dahin zu unpräzisen Offensivspiel der rot-weiß-roten Equipe, die ihre Umschaltmomente schlecht oder gar nicht zu Ende spielte, im Ballbesitz keine Ruhe in die Partie brachte und viele Fehler fabrizierte. Anders kurz nach der Pause: Da konnten die Hausherren endlich eine Art Drangphase erzeugen, die in eine Doppelchance mündete: Alaba bediente den aufgerückten Hinteregger, dessen Kopfball Vranjes vor der Linie abwehrte. Sekunden später erstarb der Torschrei von Arnautovics Lippen, seinen Seitfallzieher konnte mit Sunjic ebenfalls ein gegnerischer Verteidiger blocken.

Wer geglaubt hatte, Österreich würde nun zum Sturmlauf blasen, der irrte. Mit der Herrlichkeit der Alpenrepublik war es nämlich rasch vorbei, die spielstarke Offensivabteilung der Bosnier war letztlich deutlich näher dran am Sieg.

Bosnien näher am Sieg

Beispiele gefällig? Einen Dzeko-Schuss parierte Lindner (56.). Zwei Minuten später entwischte der Roma-Star erneut der Defensivabteilung, sein Schuss streifte über die Latte. Wieder nur sechs Minuten danach musste sich Lindner gewaltig strecken, um Duljevics gefühlvollen Schlenzer zu bändigen. Schließlich hatte die Foda-Elf noch Riesenglück, dass (wer sonst) der auf und davon gewesene Dzeko von der gehobenen Fahne des Assistenten gestoppt wurde. Eine klare Fehlentscheidung, der Goalgetter wäre alleine auf Lindner zugerannt.

Was hatte Österreich noch zu bieten? Einen Kopfball von Kapitän Baumgartlinger, der knapp daneben ging, eine Einwechslung von Gregoritsch und Janko, in der Nachspielzeit ballerte noch Arnautovic drüber, das war’s. Davon, dass das ÖFB-Team gewinnen musste, war kaum etwas zu spüren. Womit das Spiel in Nordirland am Sonntag bedeutungslos ist.