Tiroler Omikron-Verdachtsfall laut Virologin bestätigt

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Der Tiroler Omikron-Verdachtsfall ist nach Angaben der Innsbrucker Virologin Dorothee von Laer bestätigt. Dies berichtete die ORF-Sendung „Im Zentrum“ am Sonntagabend.

Demnach sei die neue Virusvariante mittels Sequenzierung nachgewiesen worden, und es würden 30 weitere Verdachtsfälle untersucht. Das für die Bestätigung zuständige Gesundheitsministerium war am Sonntagabend nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Die Tiroler Behörden hatten den Verdachtsfall am Samstagabend bekanntgegeben und mitgeteilt, dass die Probe nun von der AGES in Wien untersucht werde. Aus dem Gesundheitsministerium hieß es am Sonntag, das Ergebnis werde „in den nächsten Tagen vorliegen“.

Noch länger könnte es dauern, bis die Welt Gewissheit über die besorgniserregende neue Coronavirusvariante hat. Die Analyse könnte Tage bis etliche Wochen in Anspruch nehmen, teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO am Sonntagabend in Genf mit. Zuvor hatten immer mehr europäische Länder Omikron-Fälle bestätigt. Am Wiener Flughafen wurden eigene Kontrollen veranlasst.

Die WHO arbeitet nach eigenen Angaben mit technischen Partnern zusammen, um die Auswirkungen dieser Variante auf die bestehenden Gegenmaßnahmen wie Impfstoffe zu bewerten. Es sei noch unklar, ob die Omikron genannte Mutation leichter übertragbar verglichen mit anderen Covid-19-Varianten sei oder einen schwereren Krankheitsverlauf nach sich ziehe.

Nach ersten Fällen in Belgien und Israel wurde die neue Variante am Wochenende aus Deutschland, Italien und Tschechien gemeldet. Die Niederlande berichteten am Sonntag 13 Fälle bei Südafrika-Rückkehrern.

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Österreichische Reiserückkehrer aus südafrikanischen Ländern müssen einen negativen PCR-Test vorweisen und eine bis zu zehntägige Quarantäne antreten. Das Bundesheer kontrolliert und hat dabei Umsteige-Flughäfen im Blick. Es sei wichtig, „jetzt vorsichtig zu sein und die Schutzmaßnahmen einzuhalten“, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne).

Die AGES hat für Reiserückkehrer aus dem südlichen Afrika die Hotline 01/2675032 eingerichtet. Kontaktdaten und Informationen zur Reisetätigkeit können auch per E-Mail an anfragen@ages.at geschickt werden. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der AGES melden sich daraufhin mit Informationen zur behördlichen PCR-Testung. Seit Freitag bis Sonntagmittag sind laut Ministerium rund 400 Anrufe von Reiserückkehrern oder deren Angehörigen eingegangen. Die Hotline ist von 9.00 bis 18.00 Uhr besetzt.

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Großbritannien verschärfte unterdessen seine Einreiseregeln für alle, Israel schließt ab Sonntagabend seine Grenzen für Ausländer ganz. Bei den in Deutschland gemeldeten Fällen handelt es sich um drei in Bayern und einen weiteren in Hessen bei Reiserückkehrern aus Südafrika. Am Sonntag wurden zudem Verdachtsfälle in Essen und Düsseldorf gemeldet.

Die zwei am Mittwoch über den Flughafen München eingereisten Passagiere befinden sich nach einem positiven PCR-Test in häuslicher Isolation. Eine Vollgenomsequenzierung soll nun Gewissheit bringen, ob es sich um die Omikron-Variante handelt. Bei einem weiteren Reiserückkehrer am Freitag wurde ebenfalls die Omikron-Variante festgestellt. In Hessen wurde Omikron im Fall des vollständig geimpften Reiserückkehrers, der über den Flughafen Frankfurt eingereist war, am Sonntag nachgewiesen. Auch Dänemark meldete zwei Omikron-Fälle.

In einer ganzen Reihe weiterer Länder wurde die neue Variante inzwischen ebenfalls nachgewiesen. In Australien wurden zwei vollständig geimpfte Passagiere eines Flugs aus Südafrika positiv auf die Omikron-Variante getestet, wie die Gesundheitsbehörde des Bundesstaats New South Wales am Sonntag mitteilte. In Tschechien bestätigte ein Krankenhaus die Infektion einer aus Namibia eingereisten Patientin mit der neuen Variante. In Großbritannien wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums zwei miteinander in Verbindung stehende Omikron-Fälle entdeckt.

Zahlreiche Länder, darunter auch Österreich, Deutschland und weitere Mitgliedstaaten der EU, haben den Flugverkehr mit Südafrika und weiteren Ländern der Region beschränkt. Großbritannien und Israel gingen noch einen Schritt weiter und verschärften ihre generellen Einreiseregelungen. Wie der britische Premierminister Boris Johnson ankündigte, müssen künftig alle Einreisenden zwei Tage nach ihrer Ankunft in Großbritannien einen PCR-Test machen und sich bis zur Vorlage des Ergebnisses isolieren.

Israel wird seine Grenzen ab Sonntagabend erneut komplett für Ausländer schließen. Ausnahmen müssten von einem Sonderkomitee genehmigt werden, teilte das Büro von Ministerpräsident Naftali Bennett mit. In Israel wurde bisher ein Omikron-Fall bei einem Rückkehrer aus Malawi bestätigt.

Während sich die Philippinen gegen sieben europäische Länder, darunter Österreich, mit einem Lande- und Einreiseverbot abschotteten, griff Marokko zu einer noch radikaleren Maßnahme. Um die Einschleppung der neuen Variante zu verhindern, werden ab Montag alle Flugzeuglandungen für zwei Wochen komplett untersagt. Ruanda stoppte alle Direktflüge aus und nach Südafrika und verhängte eine verpflichtende eintägige Quarantäne samt PCR-Testpflicht für alle Einreisenden.

Am Donnerstag war in Südafrika die Entdeckung der neuen Variante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529 bekannt gegeben worden. Nach Angaben südafrikanischer Wissenschafter könnte die Variante wegen ungewöhnlich vieler Mutationen noch ansteckender als die derzeit grassierende Delta-Variante sein und die Impfstoffe weniger wirksam machen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Omikron als „besorgniserregend“ ein.

Die USA lobten unterdessen Südafrika für seine „Transparenz“ gegenüber dem Rest der Welt seit der Entdeckung der Omikron-Variante. US-Außenminister Antony Blinken gratulierte „den südafrikanischen Wissenschaftern zur schnellen Identifizierung der Omikron-Variante“ und lobte „die südafrikanische Regierung für ihre Transparenz bei der Weitergabe dieser Informationen“.

Südafrikas Regierung hatte zuvor die von vielen Ländern beschlossenen Reiseverbote für Südafrikaner beklagt. Sie liefen darauf hinaus, dass Südafrika für seine Transparenz und seine Fähigkeit, neue Varianten schneller zu erkennen, bestraft werde, erklärte die Regierung am Samstag. Am Sonntag kündigte Präsident Cyril Ramaphosa an, dass die Corona-Maßnahmen verschärft werden. Dazu zählt auch eine Impfpflicht für noch näher zu bestimmende Bereiche. Ramaphosa kritisierte in einer TV-Ansprache zugleich die internationalen Reisebeschränkungen als wissenschaftlich unbegründet und rief zur Aufhebung auf.

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Der Impfstoffhersteller Moderna hat indes bereits am gerade vergangenen Thanksgiving-Feiertag am Donnerstag mit der Arbeit an einem Impfstoff gegen die Omikron-Variante begonnen. Hunderte seiner Mitarbeiter hätten nach ersten Veröffentlichungen zur Mutante direkt an dem in den USA üblicherweise groß gefeierten Festtag angefangen, an einer entsprechenden Anpassung des Corona-Impfstoffs zu arbeiten, sagte der Chef des Pharmakonzerns, Paul Burton, am Sonntag in einem BBC-Interview.

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