Glänzender Markstein auf dem Erfolgsweg

    Stadttheater Gmunden: Ensemble Castor debütierte beim Salzkammergut Festival

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    Petra Samhaber-Eckhardt, Leiterin und Gründerin des Ensembles Castor
    Petra Samhaber-Eckhardt, Leiterin und Gründerin des Ensembles Castor © Castor

    Von Georgina Szeless

    Im Reigen der Alte Musik- Spezialisten hat sich das Ensemble Castor, wenngleich erst acht Jahre alt, einen Spitzenplatz erobert. Das Musizieren auf historischen Instrumenten mit Schwerpunkt auf die Streicherkammermusik des 17. und 18. Jahrhunderts — im Besonderen aus Italien — ist nicht von ungefähr dessen Stärke. Der schlagende Beweis dafür war kürzlich das Debüt beim Salzkammergut Festival im ausverkauften Stadttheater Gmunden.

    Die temperamentvolle italienische Musik haben die international erfolgreichen Musiker im Blut. So echt empfunden, so spannend phrasiert, so fein klanglich ausgewogen kann spätbarocke Musik nur gedeutet werden, wenn schöpferische Qualität und bedingungsloser Einsatz übereinstimmen. Vivaldis ebenso bekannter wie anspruchsvoller Werkzyklus „Die Jahreszeiten“ op. 8 stand am Programm, für den die Castors zur Kernbesetzung weitere Interpreten von adäquatem Format mitbrachten. Solistisch wie im Tutti sind dabei alle gleich stark gefordert. Sie begeisterten auch abwechselnd in gleichem Ausmaß: die Leiterin und Begründerin des Ensembles Pe- tra Samhaber-Eckhardt, Monika Toth sowie Nina Pohn auf der Violine, Peter Trefflinger am Cello, Erich Traxler am Cembalo, Peter Aigner auf der Viola und Barbara Fischer am Kontrabass. Die Aufführung setzte deutlich Maßstäbe für eine Form des dreisätzigen Instrumentalkonzertes, in dem jeweils zwei Allegrosätze mit ihren Kadenzen einen Andantesatz flankieren. Gerade die Mittelsätze mit ihrem ariosen Charakter erstrahlten in wunderbarem Glanz durch eine feinfarbige „Lautmalerei“, die an die Gegenwart und an die Zeitlosigkeit von Vivaldis Tonsprache erinnert. Zwischen den Jahreszeiten erklang ein Cellokonzert von Antonio Caldara und ein Cembalokonzert von Bach. Erstmals beim Gmundner Festival klatschte man fest für ein Wiederbegegnen.