Glasner erfüllt sich seinen Kindheitstraum

LASK-Coach wechselt als erster oö. Trainer in die deutsche Bundesliga zum VfL Wolfsburg

Vor vier Jahren trat Oliver Glasner sein Amt beim LASK an, 2017 folgte der Meistertitel in Liga zwei, nun zieht es ihn in die deutsche Bundesliga zum VfL Wolfsburg.
Vor vier Jahren trat Oliver Glasner sein Amt beim LASK an, 2017 folgte der Meistertitel in Liga zwei, nun zieht es ihn in die deutsche Bundesliga zum VfL Wolfsburg. © APA/EXPA/Eisenbauer

Sechs Kamerateams, ein rappelvoller Presseraum in Pasching — allen Anwesenden war klar, dass es, bei allem Respekt vor dem SK Sturm, nur äußerst sekundär um das Match am Mittwoch (19) gehen würde. Und so überraschte es auch niemanden, als LASK-Trainer Oliver Glasner um 12.15 Uhr mit leicht nassen Augen seinen Abgang im Sommer zum VfL Wolfsburg verkündete. Nach dann 1490 Tagen oder exakt vier Jahren endet eine der erfolgreichsten Ären bei den Schwarz-Weißen, die am 17. Juli mit dem ersten Pflichtspiel im Cup in Parndorf (7:2) begonnen hatte und mit dem letzten Match am 25. Mai gegen die Wiener Austria beschlossen wird.

„Für mich geht ein Kindheitstraum in Erfüllung“, sagte Glasner über den Wechsel in die deutsche Bundesliga, wo er einen Drei-Jahresvertrag erhält und gemeinsam mit Michael Angerschmid, Michael Berktold und Thomas Sageder im Betreuerteam beim VfL tätig sein wird. „Als Spieler hat es nicht gereicht, umso schöner ist es, dass ich nun als Trainer die Möglichkeit bekomme.“

Glasner-Wechsel: Spieler hauptverantwortlich

Der 44-Jährige, der als erster oö. Übungsleiter in die deutsche Bundesliga wechselt, wertete das Angebot aber nicht nur als Auszeichnung für sich selbst: „Ohne Spieler bist du als Trainer gar nix. Sie sind hauptverantwortlich, dass ich in Wolfsburg Trainer werde. Sie haben so unglaublich gut performt, dass dieser Schritt nun möglich ist.“

Ähnlich sah es auch Präsident Siegmund Gruber, der von einem „lachenden und einem weinenden Auge“ sprach. „Wir haben den Vorteil, dass es, anders als bei 99,9 Prozent der Vereine, die den Trainer im Misserfolg wechseln, dem Erfolg geschuldet ist, dass wir ihn nach Deutschland schicken dürfen“, so der LASK-Boss, der die Bundesliga nicht als letzte Station Glasners sieht. „Es ist eine Auszeichnung für den Verein, die Mitarbeiter, die Spieler und vor allem den Oliver.“

„Die Mannschaft ist meine zweite Familie“

Die Spieler hat der gebürtige Salzburger, der einmal in Wolfsburg vor Ort war und auch mit Torhüter Pavao Pervan telefonierte, am Dienstagvormittag endgültig informiert. „Man baut natürlich eine Bindung auf, die Mannschaft empfinde ich als meine zweite Familie. Ich hatte ein mulmiges Gefühl im Bauch, aber es ist an der Zeit gewesen, Klarheit zu schaffen. Das ist besser, als Ungewissheit.“ Die Spieler hätten sich durchaus mit ihm mitgefreut, wie Glasner schilderte. Das bestätigte auch Reinhold Ranftl: „Wir vergönnen dem Trainer diesen Schritt.“

Der Nachfolger soll Glasners Weg fortsetzen

Die Spekulationen der vergangenen Wochen sind damit einmal vom Tisch, Glasner war ja auch mit Stuttgart, Schalke und Salzburg in Verbindung gebracht worden. Die Gerüchteküche wird aber nicht aufhören zu brodeln, geht es nun doch darum, einen geeigneten Nachfolger zu finden, der die Spielphilosophie fortführt und zur Mannschaft passt. Von den aktuellen heimischen Trainern würde wohl lediglich WAC-Coach Christian Ilzer dieses Anforderungsprofil erfüllen. LASK-Boss Gruber betonte, dass es keinen „System-Umbruch“ geben werde, spätestens bis zum Trainingsstart am 17. Juni soll der neue Trainer feststehen. Bei der Suche wird, wie im VOLKSBLATT bereits berichtet, Glasner selbst mithelfen. „Wir wären blöd, wenn wir seine Expertise nicht beiziehen würden“, so Gruber.

„Werde zu 100 Prozent für den LASK da sein“

Sorgen, dass die Truppe auseinanderfallen könnte, hat der Präsident nicht, zumal ja alle Spieler unter Vertrag stehen. Dennoch gibt es Spekulationen, so könnte etwa Joao Victor Glasner nach Wolfsburg folgen. Gruber: „Wenn ein Top-Angebot kommt, sind wir bereit, zu reden.“

Nun gilt es aber, den Fokus wieder auf die aktuelle Meisterschaft zu richten, um diese auf Platz zwei abzuschließen. „Ich kann versprechen, dass ich bis zum Ende der Saison zu 100 Prozent für den LASK da sein und meine Energie reinstecken werde, um unsere Ziele erreichen“, erklärte Glasner. Nicht vergessen: Am Mittwoch spielen die Linzer daheim gegen Sturm. Auch wenn das am Dienstag für die Öffentlichkeit völlig nebensächlich schien.

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