Hitzewelle und Waldbrände in Teilen Europas

Temperaturen um 40 Grad in Frankreich © APA/AFP/JEAN-FRANCOIS MONIER

In vielen Regionen Südeuropas stöhnen die Menschen seit Wochen unter hohen Temperaturen – und die Gluthitze soll andauern. In Spanien und Portugal gab es diese Woche teilweise deutlich über 40 Grad, in Frankreich sollte es laut Wetterdienst Météo France am Mittwoch örtlich 39 Grad warm werden – Tendenz steigend. Bei den Waldbränden an der französischen Atlantikküste haben Einsatzkräfte Tausende Menschen vor den sich ausbreitenden Flammen in Sicherheit gebracht.

Die Hitzewelle in Westeuropa „trifft vor allem Spanien und Portugal, aber wird sich voraussichtlich verstärken und ausbreiten“, berichtete eine Sprecherin der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf. Der Klimawandel sorgt laut Wissenschaftern für häufigere und intensivere Hitzewellen.

Urlauber und Bewohner in weiten Teilen Italiens müssen für das kommende Wochenende mit großer Sommerhitze rechnen. Betroffen sind laut italienischer Luftwaffe – sie ist für den offiziellen Wetterbericht zuständig – unter anderem die Toskana, das die Hauptstadt Rom umgebende Latium, der Osten Siziliens und Sardinien.

Bereits ab Freitag stiegen die Temperaturen in der Ebene entlang des Flusses Po in Norditalien auf 36 bis 40 Grad Celsius – die dortigen Gegenden und der Po leiden derzeit unter extremer Trockenheit. Der Wasserstand liegt stellenweise weit unter dem Mittelwert aus den Vorjahren. Die Behörde für die Überwachung des längsten Stroms Italiens fordert deshalb weiter, Wasser aus den großen Seen, wie dem bei Touristen beliebten Gardasee, abzuleiten. Der dortige Gemeindeverband lehnte das in der Vergangenheit jedoch ab.

Die französische Premierministerin Elisabeth Borne forderte ihr Kabinett auf, sich auf die Auswirkungen der Hitzewelle auf die Bevölkerung vorzubereiten, die voraussichtlich bis mindestens Anfang kommender Woche anhalten wird. In Großbritannien rechnet die britische Wetterbehörde Met Office ab Sonntag mit Temperaturen von über 35 Grad in England und Schottland. Die Briten wurden von den Wasserversorgungswerken dazu aufgerufen, jeden Tropfen zu sparen und nur so viel Wasser für ihre Tasse Tee zu erhitzen, wie sie brauchen.

In Spanien sollen die Temperaturen bis Donnerstag steigen, mit einem Höchstwert von bis zu 44 Grad in Andalusien im Süden des Landes. Nach Angaben der spanischen Regierung sind von Jänner bis Anfang Juli mehr als 70.300 Hektar Wald in Flammen aufgegangen. Das ist fast doppelt so viel wie im Durchschnitt in den vergangenen zehn Jahren.

Die Regierung Portugals ordnete wegen der aktuell herrschenden Hitzewelle bis Freitag eine erhöhte Alarmbereitschaft für Rettungskräfte an. „Die Wettervorhersagen für die nächsten Tage bleiben mit Blick auf die Brandgefahr äußerst besorgniserregend“, betonte Regierungschef António Costa. Nach Angaben des Zivilschutzes kam ein Mensch bei einem Feuer in der Ortschaft Murtosa ums Leben.

Vor allem im Zentrum Portugals wüten seit einigen Tagen mehrere Brände. Am Mittwoch waren in den Gemeinden Leiria, Pombal und Ourém mehr als 1.500 Feuerwehrleute bei der Bekämpfung von vier größeren Feuern im Einsatz. Insgesamt wurden seit Donnerstag laut Zivilschutz rund 30 Menschen bei den Bränden leicht verletzt und ein Dutzend Häuser beschädigt.

In Frankreich wurden Mittwochfrüh bei Teste-de-Buch südlich der Großstadt Bordeaux fünf Campingplätze wegen der Waldbrände sicherheitshalber geräumt. Den Feuern fielen mittlerweile mehr als 1.200 Hektar Landfläche zum Opfer. Sie werden durch anhaltende Trockenheit und hohe Temperaturen begünstigt. Am Mittwoch werden in dem Gebiet Temperaturen von 37 Grad Celsius erwartet. Die hohe Hitzewarnstufe Orange ist ausgerufen.

Auch in Italien brennen Wälder: Die Feuerwehr in der toskanischen Provinz Massa Carrara an der Grenze zu Ligurien kämpfte am Mittwoch gegen Flammen an einem schwer zugänglichen Hügel, wie die Behörden der Toskana mitteilten. Stärker werdende Winde könnten die Flammen in dem Gebiet weiter anfachen.

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