Gnadenlose Eintracht zeigte RB Grenzen auf

Europa League: Nach ernüchterndem 1:4 im Sechzehntelfinale steht Salzburg vor dem Aus

Matchwinner Daichi Kamada schoss die Salzburger mit einem Dreierpack fast im Alleingang k.o. © AFP/Roland

So an die Wand gespielt wurde RB Salzburg schon lange nicht mehr! Beim 1:4 im Sechzehntelfinal-Hinspiel der Europa League zerpflückte Eintracht Frankfurt die Bullen in alle Einzelteile.

Der Traum vom Titel in der Europa League, der nach dem knappen Aus in der Champions League in den Mund genommen worden war, gleicht nach diesem Auftritt nur noch einer Utopie. „Frankfurt war zu gut und wir haben die schlechteste Leistung dieser Saison gezeigt“, analysierte Verteidiger Maximilian Wöber.

Wie gegen den LASK

Nach einer Schweigeminute zugunsten der Opfer des Anschlags in Hanau legten die Hausherren vor vollem Haus gleich munter los, ließen Österreichs Serienmeister nie ins Spiel kommen. Wie schon zweimal gegen den LASK schlief Salzburg bei einem Einwurf, aus dem das frühe 1:0 durch Daichi Kamada resultierte (12.). Die Probleme in der Defensive zogen sich danach wie ein roter Faden durchs Spiel. Die Salzburger wirkten phasenweise überfordert, ließen dem Gegner viel zu viel Platz. Die Eintracht überwand die Abwehrkette der Österreicher mit ihrem schnellen Spiel in die Spitze ein ums andere Mal. Auch, weil das gewohnte Pressing überhaupt nicht griff. So auch beim 0:2, als zwei schnelle Pässe durchs Zentrum Kamada alleine vor Goalie Stankovic in Position brachten, der legte seinen zweiten Treffer nach (43.).

Kamada-Show

„Wir bringen unsere Tugenden nicht auf den Platz“, analysierte Sportchef Christoph Freund im Halbzeitinterview auf Puls 4. Das sollte sich auch in Hälfte zwei nicht ändern. Frankfurt dominierte nach Belieben, war wacher, aggressiver. Salzburg fand im Ballbesitz und Offensivspiel praktisch überhaupt nicht statt.

Vor allem Kamada, zuletzt bei Trainer Adi Hütter nur Reservist und in der Liga noch ohne Treffer, betrieb Eigenwerbung — allerdings unter kräftiger Mithilfe der Mozartstädter. Beim 3:0 in durfte der Japaner aus elf Metern völlig unbedrängt köpfeln und machte seinen Dreierpack perfekt (53.). Drei Minuten später legte nach einem blitzschnell vorgetragenen Angriff Filip Kostic Tor Nummer vier nach.

Ein Fünkchen Hoffnung

Es bedurfte eines Geschenks, um zumindest einen Funken Hoffnung am Leben zu erhalten. Sow agierte ungeschickt im Zweikampf mit Ulmer, den fälligen Elfmeter verwandelte Hee-chan Hwang (85.). Ein schwacher Trost an einem ernüchternden Europacup-Abend, der wohl das Aus bedeutet.

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