Goldene Palme für Südkorea

Jessica Hausners Hauptdarstellerin ausgezeichnet, Preis für Jägerstätter-Film

Ausgezeichnet: Emily Beecham (r) mit der österreichischen Regisseurin Jessica Hausner
Ausgezeichnet: Emily Beecham (r) mit der österreichischen Regisseurin Jessica Hausner © AFP/L. Venance

Weder Hollywood, noch Stoff aus Österreich, sondern ein gesellschaftskritischer Thriller aus Südkorea hat die Goldene Palme beim Filmfest Cannes gewonnen. Regisseur Bong Joon-ho wurde für seinen Beitrag „Parasite“ ausgezeichnet. Im Mittelpunkt steht eine Familie, die in prekären Verhältnissen lebt. Die Eltern sind arbeitslos, der Sohn beginnt bei einer wohlhabenden Familie zu arbeiten. Gemeinsam mit der Verwandtschaft räumt er dort die anderen Hausangestellten aus dem Weg …

Der österreichische Wettbewerbsbeitrag „Little Joe“ von Jessica Hausner konnte indes mit Emily Beecham in der Schauspielerkategorie reüssieren. Leer ausgegangen ist Quentin Tarantino mit „Once Upon a Time… in Hollywood“

Der Große Preis der Jury ging in diesem Jahr an „Atlantics“ der Regisseurin Mati Diop. In dem märchenhaften Drama erzählt die Französin mit senegalesischem Hintergrund eine tragische Liebesgeschichte in Westafrika. Diop ist die erste schwarze Frau, die es in den Wettbewerb geschafft hat.

Bei den Schauspielern konnte sich neben der 35-jährigen Beecham der Spanier Antonio Banderas freuen. Der 58-Jährige spielt in „Dolor y Gloria“ von Pedro Almodovar einen schwulen Regisseur, der auf sein Leben zurückblickt.

Der Preis der Jury wurde zwei Mal vergeben: Er ging zu gleichen Teilen an das Sozialdrama „Les Miserables“ des jungen Franzosen Ladj Ly sowie an die Gesellschaftssatire „Bacurau“ der Brasilianer Kleber Mendonça Filho und Juliano Dornelles. Für die beste Regie wurden die belgischen Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne für ihr Drama „Le jeune Ahmed“ über einen jungen, radikalisierten Muslim ausgezeichnet. Die Ehrung für das beste Drehbuch ging an Celine Sciamma („Portrait of a lady on fire“).

Bei den Palmen fiel „A Hidden Life“, Terrence Malicks Verfilmung des Lebens des oberösterreichischen Landwirts Franz Jägerstätter durch. Aber es gab dafür den Ökumenischen Filmpreis, der von den kirchlichen Filmorganisationen Signis und Interfilm getragen wird und einen Beitrag aus dem Wettbewerb ehrt, der sich in besonderer Weise den christlich-spirituellen Dimensionen menschlicher Existenz verpflichtet weiß.

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