Gordon Lightfoot: Solo

Johnny Cash mit seinen monumentalen „American Recordings“ oder auch Neil Diamond haben es vorgemacht — wie man als alter, weiser Singer-Songwriter mit reduzierten Mitteln ein großes Spätwerk schafft.

Auch der kanadische Folk- und Country-Sänger Gordon Lightfoot (81) hat sich dieses ambitionierte Ziel gesteckt. Es sei „das erste neue Lightfoot-Album seit mehr als 15 Jahren“, jubelt seine US-Plattenfirma Warner — also seit „Harmony“ von 2004.

Das minimalistische „Solo“ besteht nur aus sparsamer akustischer Gitarre und der gut gealterten Stimme, die schon vor Jahrzehnten in wunderbaren Songs wie „If You Could Read My Mind“ oder „Sundown“ bezauberte.

Lightfoot nahm in Ontario zehn Lieder auf, die aus den Jahren 2001 und 2002 stammten und ihm kürzlich wieder in die Hände fielen. Alles sollte so sein wie damals, als er die Stücke angefertigt hatte. Besonders rührend klingt es, wenn der alte Herr in „Dreamdrift“ windschief zur Gitarre pfeift.

Der Kanadier hatte zwar selbst einige Welthits, aber v. a. ist er ein „Songwriter’s Songwriter“. Lightfoots oft melancholische Americana-Lieder wurden von Musikern wie Bob Dylan, Elvis Presley, Neil Young oder Eric Claptongespielt und aufgenommen. Die neue „Solo“-Platte mag zwar nicht die olympischen Höhen eines Johnny Cash erreichen — sehr respektabel und oft berührend ist sie aber allemal.

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