Grace Ellen Barkey widmet sich bei ImPulsTanz den Schatten

Grace Ellen Barkey erweckt ihre Installation „Malam / Night“ zum Leben © APA/ImPulsTanz/Emma van der Put

Ein kühles, im Dunkeln glitzerndes „Universum aus Schatten und Licht“ erwartet das ImPulsTanz-Publikum noch bis Freitag im Untergeschoß des mumok: Dort zeigt die indonesisch-niederländische Needcompany-Mitbegründerin Grace Ellen Barkey ihre Installation „Malam / Night“, die des Abends in einer Performance der Choreografin zum Leben erwacht. Die Besucher, die sich auf Polstern und Klappstühlen am Boden niederlassen, erwartet ein meditatives Ballett der Overhead-Projektoren.

Für ihr Projekt hat sich die 64-Jährige mit ihren javanischen Wurzeln auseinandergesetzt und in Anlehnung an ihre Großmutter in Grace Tjang umbenannt. Entstanden ist ihre ganz eigene Interpretation der Nacht, in der Formen und Figuren gleich dem alten indonesischen Schattenspiel „Wayang“ zum Leben erwachen. Während drei Beamer im dunklen Raum verteilte Leinwände mit Bilder von Wasser und Pflanzen bespielen, legt die Künstlerin immer wieder neue Lochbleche auf die Overhead-Projektoren, die sie im Anschluss so durch den Raum bewegt, dass die gleißenden Bildpunkte über die nackten Wände tanzen und sich zu geheimnisvollen Figuren zusammensetzen.

Das ist zunächst ein verblüffender Effekt, der sich jedoch bald erschöpft. Wer darauf gehofft hat, Barkey auch beim Tanzen zu sehen, wurde weitgehend enttäuscht. Nur eine Minute dauert eine Bewegungsabfolge, in der ihr Paillettenkleid das Licht reflektiert, nicht viel länger währt jene Einlage, in der sie den Schatten ihrer Gliedmaßen in ein projiziertes fernöstliches Gemälde einfügt. Ansonsten ist Barkey damit beschäftigt, Silhouetten von Rehen und Drachen im Raum zu platzieren oder an ihrem Laptop die sphärische Musik zu bedienen.

„Das nächtliche Spektakel setzt in ihr die Vergangenheit frei, eine Familiengeschichte, die alle Wunden und Narben dieses und des vergangenen Jahrhunderts in sich trägt“, heißt es im Programmheft zu Barkeys nächtlichen Beobachtungen ihres Vorgartens, die sie zu „Malam / Night“ inspiriert haben. Eine wirkliche Geschichte hat sie daraus nicht entwickelt, vielmehr eine Meditation über Schein und Schatten. Wer sich im allgemeinen Trubel vor der Hitze verstecken möchte, findet im mumok einen stillen, kühlen Rückzugsraum, der tagsüber von 10 bis 16 Uhr auch ohne Performance besucht werden kann.

ImPulsTanz: „Malam / Night“ von Grace Tjang (Grace Ellen Barkey) im mumok (10 bis 16 Uhr). Weitere Vorstellungen am 22. Juli um 17 und 19 Uhr. Infos unter impulstanz.at

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