Grand-Slam-Turnier in Wimbledon vor der Absage

Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg steht das prestigeträchtigste Tennis-Turnier der Welt aufgrund der Coronavirus-Pandemie vor der kompletten Absage. Das historische Aus des Rasen-Klassikers könnte schon an diesem Mittwoch offiziell werden. Dann soll nach übereinstimmenden Medienberichten bei einer Krisensitzung der Turnier-Organisatoren die Entscheidung über die diesjährige Auflage fallen.

Dass wie in all den anderen Jahren auch vom 29. Juni bis 12. Juli Gedrängel auf den Wimbledon-Tribünen oder auf den Wegen zwischen den Plätzen herrscht, wirkt momentan wie eine Vorstellung aus einer anderen Welt. Hunderttausende Zuschauer strömen normalerweise in den zwei Wochen auf die altehrwürdige Anlage im Londoner Südwesten.

Spieler, Betreuer oder auch Schiedsrichter reisen aus aller Welt an. Ende April sollten bereits die Aufbauarbeiten beginnen. “Das Wichtigste, das in Betracht gezogen werden muss, ist die Gesundheit”, sagte der Geschäftsführer des All England Lawn Tennis Clubs, Richard Lewis, als er eine Entscheidung für diese Woche ankündigte: “Wir sind entschlossen, verantwortungsbewusst zu handeln.”

Eine Verschiebung wie bei den French Open, die nun vom 20. September bis 4. Oktober ausgetragen werden sollen, ist in Wimbledon aufgrund des Belags noch deutlich komplizierter. Der Rasen etwa wird bei Feuchte und bei niedrigeren Temperaturen schnell rutschig. Und wann die vorerst bis zum 7. Juni unterbrochene globale Tennis-Tour mit dem hohen Reiseaufkommen überhaupt wieder starten kann, weiß derzeit niemand.

Auch andere für den Sommer geplante Turniere stehen damit vor der Absage. Das Sandplatz-Turnier in Hamburg (13. bis 19. Juli) rechnet sich immerhin noch eine “60-prozentige Chance” aus, wie der österreichische Veranstalter Peter-Michael Reichel dem “Hamburger Abendblatt” sagte.

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