Gratis-Tests für ELGA-Abmelder

Ministerium und Apothekerkammer finden Lösung für 300.000 Betoffene

Fünf kostenlose Corona-Selbsttests wird es ab kommendem Montag einmal monatlich in öffentlichen Apotheken auch für Personen geben, die sich von der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) und der E-Medikation abgemeldet haben.

Der Ausschluss der ELGA-Abmelder von der seit Anfang März laufenden Aktion für Gratis-Wohnzimmertests hatte für Unverständnis bei den rund 300.000 Betroffenen gesorgt. Das Gesundheitsministerium hat nun gemeinsam mit der Apothekerkammer eine Lösung gefunden, erklärte Apothekerkammer-Präsidentin Ulrike Mursch-Edlmayr im Gespräch mit der APA.

Ab Montag können Versicherte, die von ELGA abgemeldet sind, einen Antrag zur Ausstellung eines Bestätigungsschreibens für den Erhalt von Gratis-Wohnzimmertests stellen. Der Antrag kann online gestellt werden (www.sozialversicherung.at, www.sozialministerium.at, www.gesundheit.gv.at oder www.elga.gv.at) oder telefonisch bei der ELGA-Ombudsstelle im jeweiligen Bundesland. Die Bewilligung wird dann per Post zugesandt.

Mursch-Edlmayr betonte, dass die Betroffenen den Antrag proaktiv stellen müssen. Weil man nach dem opting out von ELGA nichts von den Personen wisse, müssten sich die Betroffenen selbst darum kümmern und man könne ihnen deshalb auch nicht einfach einen Gutschein zuschicken. Das Bestätigungsschreiben berechtigt zur Abholung von Wohnzimmertests für drei Monate. Die April-Tests können bis inklusive 15. Mai abgeholt werden

Die seit Anfang März bestehende Möglichkeit des Bezugs von Gratis-Selbsttests in Apotheken wurde bisher ausgiebig genutzt. Nach Angaben der Apothekerkammer-Präsidentin wurden damit bisher rund sechs Millionen Patienten versorgt.

☣️➡️  Mehr zu diesem Thema ⬅️☣️

Seniorenvertreter begrüßen grundsätzlich die Abgabe der Tests an ELGA-Abmelder, das Prozedere stößt aber auch auf Kritik. Sozialversicherungs-Vorsitzender Peter Lehner berichtet indes von einer durch die Gratis-Tests ausgelösten „Wiedereinstiegs-Welle“bei ELGA, mehr als 8000 Personen hätten sich wieder angemeldet.

Wie ist Ihre Meinung?