Gratistests fast flächendeckend – Lücken in Landgemeinden

Der vor Weihnachten angekündigte Ausbau der Corona-Testmöglichkeiten wurde fast flächendeckend umgesetzt.

Wie eine Datenanalyse eines Teams der TU Wien gemeinsam mit der APA zeigt, können drei von vier Österreichern den nächsten Gratis-Test in nur fünf Minuten Fahrzeit erreichen.

Weil auch die Apotheken (und in Tirol die Hausärzte) eingebunden wurden, stehen mittlerweile mehr als 2.000 Testmöglichkeiten zur Verfügung. Lücken gibt es aber noch in einigen Landgemeinden.

Besonders dicht ist das Angebot für Wiener und Tiroler. Hier reicht für über 90 Prozent eine maximal fünfminütige Fahrt zum Gratistest. Längere Wege müssen die Bewohner einiger Gemeinden im Mühl- und Waldviertel sowie in der Obersteiermark und in Kärnten auf sich nehmen. Gut 20 Minuten dauert es beispielsweise vom Kärntner Heiligenblut zum nächsten Gratistest nach Winklern. Und für die Region um Wildalpen (Bezirk Liezen) hat das Land Steiermark einen Testbus organisiert, weil die nächsten stationären Testmöglichkeiten in Mariazell und Eisenerz gleich 40 Minuten entfernt sind.

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Insgesamt erreichen inzwischen aber 98 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher den nächstgelegenen Gratistest in maximal 15 Minuten Autofahrt. „Es ist mittlerweile ein sehr dichtes Netz“, sagt Florian Pühringer vom Institut für Raumplanung an der TU-Wien. Gemeinsam mit seinem Kollegen Aggelos Soteropoulos hat er die Fahrzeit zu den Testzentren in Österreich berechnet. Demnach gibt es nur noch 174 (von 2.095) Gemeinden, in denen mehr als ein Fünftel der Bevölkerung länger als eine Viertel Stunde zum nächsten Gratistest fahren muss – und zwar jeweils hin und retour.


Gegenüber der Situation vor Weihnachten ist das eine deutliche Verbesserung. Damals hätte allein in Niederösterreich die Hälfte der Einwohner mehr als eine halbe Stunde zum Testen fahren müssen. Mittlerweile reicht für fast 70 Prozent der Niederösterreicher eine fünfminütige Autofahrt. Bemerkbar wird hier nicht nur das deutlich ausgebaute Angebot der Länder – österreichweit 572 Stationen, davon allein 311 in Niederösterreich – sondern auch Hunderte Apotheken mit Gratis-Testangebot.

Allerdings gibt es nach wie vor regionale Unterschiede. Vergleichsweise engmaschig ist das Netz neben Wien und Tirol (wo Gratistests für Symptomlose auch bei den Hausärzten angeboten werden) auch in Vorarlberg. Hier erreichen 80 Prozent die nächste Testmöglichkeit mit fünf Minuten Autofahrt. In Kärnten und Oberösterreich schafft es dagegen nur etwas mehr als die Hälfte der Einwohner in fünf Autominuten zum Test. In der Steiermark sind es 61 Prozent, in Salzburg und im Burgenland 65 Prozent. Freilich wird das Testangebot noch laufend erweitert. So kamen Ende der Woche noch Apotheken dazu, die in der aktuellen Analyse noch nicht erfasst sind. In Summe sind es nun 895.

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Aktuell erreichen durchschnittlich 74 Prozent der Österreicher den nächsten Gratistest mit einer fünfminütigen Autofahrt (die Fahrzeit mit Öffis lässt sich außerhalb Wiens nicht berechnen). Der fast flächendeckende Ausbau schlägt sich auch in der Teststatistik nieder. Seit die Corona-Tests als Eintrittskarte beim Friseurbesuch vorgeschrieben sind, werden in Österreich durchschnittlich mehr als 200.000 Tests pro Tag durchgeführt. Gemessen an der Einwohnerzahl haben zuletzt nur die Slowakei und Zypern mehr getestet.

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