Green Day: Father of all…

In den 90ern sang man „Basket Case“, später hängte sich das Trio Akustikgitarren um, bevor mit „American Idiot“ ein punkig-politisches Epos Erfolg brachte: Green Day haben schon einiges ausprobiert und sind mit ihren Ideen oft gut gefahren. Zuletzt suchten Billie Joe Armstrong und Co. das Feuer des Punkrock allerdings eher vergeblich, was sich auch auf „Father of all…“ nicht geändert hat.

Die 13. Studioplatte der Gruppe, deren voller Titel mit „Father of all Motherfuckers“ wohl den zügellosen Spirit vorgeben soll, erfüllt zwar die grundsätzlichen Kriterien — zehn Songs in weniger als einer halben Stunde geben sich sehr knackig und laut —, wirklich schockieren kann man damit aber niemanden. Die im eingangs gesetzten Titelsong besungene „riot living inside of us“ sucht man nämlich mit der Lupe.

Kaum Energie, sicher keine geballten Fäuste und beliebige Lyrics rücken das Endergebnis eher in Richtung seichter Popgewässer denn aufwiegelndes Punkerlebnis. Nur zwischendurch blitzt auf, was Green Day einst groß gemacht hat, ein Gespür für eingängige Melodien sowie eine gute Portion Kaltschnäuzigkeit.

Aber vielleicht braucht es wieder eine Durststrecke, um zum pointierten Songwriting zurückzufinden. Die nach Schema F fabrizierten Stücke von „Father of all…“ können nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Am 21. Juni gastiert die Band im Wiener Ernst-Happel-Stadion.

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