Greenpeace schlägt Plan für Lebensmittelversorgung vor

Die Umweltorganisation Greenpeace fordert von der Regierung, eine krisensichere Lebensmittelversorgung umzusetzen und schlägt dafür einen 10-Punkte-Plan vor. Darunter befinden sich eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel, der Ausbau der Bio-Landwirtschaft bis 2030 auf 40 Prozent der Flächen und Anreize, den Fleischkonsum bis 2030 zu halbieren.

“Die Coronakrise hat uns die Verletzlichkeit unserer Gesellschaft vor Augen geführt: Vieles, was wir für selbstverständlich halten – etwa der Zugang zu gesunden Lebensmitteln – kann durch Krisen oder Schocks auch in Österreich überraschend schnell ins Wanken geraten”, heißt es in einer Analyse der Universität für Bodenkultur im Auftrag von Greenpeace.

Neben der Klimakrise würden künftig insbesondere die Bodenversiegelung, Lebensmittelverschwendung, Agrotreibstoff-Produktion, zunehmende soziale Ungleichheit, Abhängigkeit von Futtermittelimporten und der übermäßige Flächenverbrauch für die Fleischproduktion die Versorgung mit gesunden Lebensmitteln in Österreich bedrohen, so Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace in Österreich.

Durch die Reduktion des Fleischkonsums um 50 Prozent bis 2030 würden die Menschen nicht nur gesünder leben, sondern es würde sich auch die Versorgungssicherheit erhöhen. Denn es würden Flächen frei, die jetzt für Futtermittelproduktion genutzt werden und die Abhängigkeit von Soja-Importen würde sinken, lautet ein Vorschlag. Die geforderte verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel ist im türkis-grünen Regierungsprogramm verankert, die Nahrungsmittelindustrie ist allerdings dagegen.

Weiters auf dem Wunschzettel der Umweltorganisation: Eine Halbierung der Lebensmittelabfälle bis 2030, gezielte finanzielle Unterstützung einkommensschwacher Haushalte und eine Verdoppelung der finanziellen Mittel für das österreichische Agrarumweltprogramm von derzeit 25 Prozent auf 50 Prozent der Gesamt-Agrarförderungen. “Agrarfördermittel sollen nicht weiter nach dem Gießkannenprinzip verteilt werden, sondern vor allem kleinteilige Strukturen stärken”, heißt es.

Im Paket befindet sich auch eine alte Forderung der Umweltorganisation: Keine weitere Beimischung von pflanzlichen Ölen wie etwa Palmöl, Sojaöl, Rapsöl oder Sonnenblumenöl zu Diesel. Im Inland produzierte pflanzliche Öle könnten so direkt für die Lebensmittelversorgung genutzt werden.

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