Grigory Sokolov: Beethoven – Brahms – Mozart

Ein Geschenk für die Ewigkeit machte sich mit dem neuen Album der russische Pianist Grigory Sokolov nach langer Tonträgerpause zu seinem heuer 70. Geburtstag.

Eine Zusammenstellung aus drei Abenden im Wiener Konzerthaus von 2019, ausgewählt aus klassischer und romantischer Literatur, an der er jahrelang festhält in seinen ausnahmslosen Solorecitals, bei denen es sich nur um Live-Mitschnitte handelt. Studioaufnahmen lehnt Sokolov ab, nichts wird korrigiert, nichts braucht bearbeitet werden, da kann er sich bei seiner Meisterschaft und Souveränität ganz der Intuition hingeben und gültige Momentaufnahmen präsentieren.

Das großartige Resultat dabei ist jedoch das jeweils andere neue Erlebnis, vergleicht man zwei Abende des Künstlers mit dem selben Programm. Sokolovs Kunst schließt die Welt eines Magiers ein, forscht und entdeckt das Klavier (Steinway), man kann emotionslos von einer Verzauberung durch seine souveräne Tastenumarmung sprechen.

Da hat die Technik nicht die geringste Dimension. Sein Beethoven gibt sich in der frühen Klaviersonate Nr. 3 verinnerlicht, streichelt die Seele wie in seinen Bagatellen op. 119 im späten Glanz der Reife. Darin befindet sich auch Brahms mit den Werken 118 und 119, worauf Mozarts „Sonata facile“ und die Fantasiesonate sich in bester Gesellschaft anschließen und zu einer Encore-Reihe führen.

Hörprobe:

Wie ist Ihre Meinung?