Groß, größer, Kia Sorento

Einmal alles bitte lautet die Devise für das Riesen-SUV von Kia. Der Sorento ist umfangreich ausgestattet, vernetzt und neugestaltet, fährt auch abseits befestigter Wege souverän und parkt sogar selbstständig ein und aus.

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Mittlerweile 18 Lenze hat der Kia Sorento hierzulande auf seinem breiten Buckel, damit zählt er unbestritten zum Standardrepertoire der Koreaner, die nun die vierte Generation des großen SUV am Start haben. In seiner aktuellen Generation hat der Sorento bei seinen Außenmaßen noch einmal minimal zugelegt.

Das bedeutet schlussendlich jede Menge Platz für Passagiere und Gepäck im optisch markanten SUV. Die Fondpassagiere profitieren von einer um 14 Zentimeter verschiebbaren Rückbank, Fahrer und Beifahrer thronen auf beigem, elektrisch einstellbarem sowie beheiz- und belüftbarem Ledergestühl.

Generell erweist sich das Cockpit als opulent, etwas verspielt und gut durchdacht – und es gibt durchaus noch ein paar Knöpfe und Drehregler, was in Zeiten der Verfrachtung aller Bedienmöglichkeiten für Klimaanlage, Radio oder Sitzheizung durchaus wohltuend ist.

Typenschein

Kia Sorento 2.2 CRDi SCR ISG AWD

Preis: ab € 62.490,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 63.390,- inklusive Pearllackierung Mineral Blue € 900,-; einen Kia Sorento (1.6 T-GDI Titan) gibt es ab € 45.890,-
NoVA/Steuer: 11 %/ € 1183,68 jährlich
Garantie: 7 Jahre bis max. 150.000 km, 5 Jahre bis max. 150.000 km Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung
Service: alle 30.000 km oder alle zwei Jahre

Technische Daten:
Motor: R4, 16V, Common-Rail, Turbolader, Partikelfilter, 2151 cm³, 148 kW/202 PS bei 3800 U/min, max. Drehmoment 440 Nm bei 1750-2750 U/min
Getriebe: Achtgangautomatik
Antrieb: Allradantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 202 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 9,2 s
Leistungsgewicht: 9,43 kg/PS
WLTP-Verbrauch: 6,8 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 8,2 Liter
CO2-Ausstoß: 169 g/km
Euro 6d-TEMP

Eckdaten:
L/B/H: 4810/1900/1700 mm
Radstand: 2815 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1905/2510 kg
Kofferraum: 910-2011 Liter
Tank: 67 Liter (Diesel)
Reifen: 4 x 255/45 R20 105V auf 20“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/LKA/ACC/TPMS
Airbags: 7

Geländedaten:
Bodenfreiheit: 176 mm

Die Menüführung auf dem 10,25 Zoll großen Touchscreen ist intuitiv möglich, die Sprachsteuerung klappt ohne Fehl und Tadel und auch am riesigen Lederlenkrad hat man nach einem kurzen Blick die Bedienung sofort durchschaut.

Das 12,3 Zoll große Display hinter dem Lenkrad zeigt jedenfalls alle wichtigen Daten für den Fahrer und wartet mit einem besonders tollen Extra auf: Wird der Blinker gesetzt, verwandelt sich je nach Abbiegerichtung der Drehzahlmesser oder der Tacho in ein Livebild einer Kamera, die den Totwinkel sichtbarer machen soll.

Den guten Gesamteindruck runden die gute Verarbeitung, der hochwertige Materialmix sowie die vielzähligen und riesigen Ablagen ab. Die Becherhalter, die aus den Griffen der Fondtüren herausragen, sind jedoch nicht jedermanns Geschmack.

Angetrieben wird der Sorento von einem 202 PS starken Vierzylinder, der mit seinen 440 Newtonmetern den Wagen gut auf Touren bringt, dabei beim Hochdrehen jedoch ziemlich rau klingt. Das straff abgestimmte SUV zeigt sich auch bei schnellen Kurvenfahrten stoisch und bieder und weist eine erträgliche Seitenneigung auf.

Die Bremsen sind wuchtig und feinfühlig, die Traktion tadellos und die Doppelkupplung (die mittels Drehregler bedient wird) agiert flott und sanft. Das wuchtige SUV gibt sich zudem abseits befestigter Wege souverän. Möglich macht dies das neu entwickelte Terrain-Mode-System das dem Allradler auf rutschigem Untergrund zu noch besserer Traktion, mehr Stabilität und höherer Fahrzeugkontrolle verhilft.

Das System, das über einen Drehregler in der Mittelkonsole aktiviert und bedient wird, bietet die Einstellungen Snow, Mud und Sand für verschneite, matschige und sandige Untergründe, weshalb der Sorento mit seinen 176 Millimetern Bodenfreiheit auch im Gelände eine gute Figur macht.

Generell dieselt der Sorento mit 8,2 Litern je hundert Kilometer durch die Lande. Angesichts 1,9 Tonnen Gewicht und 1,7 Meter Höhe ein respektabler Wert, der ihm eine Einsatzreichweite von rund 800 Kilometern beschwert.

Die kann man im großzügigen Koreaner auch getrost am Stück zurücklegen; denn der Sorento wartet nicht nur mit jeder Menge Platz und Ablagen, sondern auch mit feinem, anschmiegsamem Ledergestühl und einer voll bestückten Assistenzarmada auf.

Im Portfolio befinden sich unter anderem Querverkehrswarner, Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung und adaptiver Tempomat – die im Jahr 2021 schon bei vielen Fahrzeugen erhältlich sind, aber eben nicht serienmäßig, wie eben bei Kia. Als Gimmick gibt’s zudem einen Airbag zwischen Fahrer und Beifahrer und eine Überfülle an Features: von USB-Ports, Lenkradheizung bis zu Head-up-Display und elektrischer Heckklappe für den 910 Liter fassenden Kofferraum.

Trotz seiner Größe halten sich sogar die Parkplatzsorgen mit dem 4,81 Meter langen optionalen Siebensitzer in Grenzen. Die vierte Generation des SUV ist nämlich der erste Kia in Europa, der ferngesteuert in enge Parklücken oder Garagen hinein und wieder heraus manövriert werden kann. Das ermöglicht der ferngesteuerte Parkassistent (Remote Smart Parking Assist, RSPA). Die Fernbedienung, mit der der Fahrer den Sorento von außen steuert, ist in den Fahrzeugschlüssel, den Smart-Key, integriert.

Fazit

Ein großer Wurf in jederlei Hinsicht. Der Kia Sorento setzt in Sachen Ausstattung, Fahrkomfort, Preis-Leistungs-Verhältnis und Platzangebot im Segment der Oberklasse-SUV neue Maßstäbe, auch wenn er mit 62.490 Euro kein Schnäppchen ist.

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