Großbritannien tut nur wenig gegen das Coronavirus

Während Italien längere Ausgangssperren überlegt, läuft bei Briten das Leben wie gehabt

Das Leben auf Londons Straßen geht weiter, als ob nichts wäre.
Das Leben auf Londons Straßen geht weiter, als ob nichts wäre. © AFP/Akmen

Die Bilder könnten unterschiedlicher nicht sein. Während man in vielen Ländern der Welt immer schärfere Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus unternimmt, gibt es im öffentlichen Leben Großbritanniens so gut wie keine Einschränkungen.

Zwar gibt es auch dort die Empfehlung, soziale Kontakte einzuschränken. Ausgangsverbote oder geschlossene Geschäfte findet man jedoch nicht.

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Und auch die britischen Schulen sollen weiterhin offen bleiben. Diese lasche Haltung bringt die Regierung in London immer mehr unter Druck. Schuldirektoren klagen, dass sie angesichts vieler erkrankter Lehrer den Betrieb ohnehin kaum aufrecht erhalten könnten.

Ganz anders die Situation etwa in Italien: Dort prüft die Regierung, die bis zum 3. April verhängte Ausgangssperre zu verlängern. Das Land hat fast 29.000 infizierte Personen und fast 3000 Todesopfer zu beklagen. Unter anderem sind 2629 Sanitäter mit dem Coronavirus infiziert.


Auch in Deutschland, wo die Regierung wesentlich langsamer agiert als etwa in Österreich, werden die Maßnahmen weiter hochgefahren. Ohne diese Anstrengungen könnte es bis Juni bis zu zehn Millionen Erkrankte geben, warnte gestern Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts.

Die USA melden unterdessen Corona-Infektionen in allen 50 Bundesstaaten. Präsident Donald Trump, der zunächst für seinen zögerlichen Umgang mit der Pandemie harte Kritik einstecken musste, rief zur nationalen Einheit auf.

Australien hat seinen Bürgern bis auf weiteres sämtliche Auslandsreisen auf unbestimmte Zeit untersagt. Und Belgien hat eine fast dreiwöchige strenge Ausgangssperre verhängt.

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