Große Einigkeit beim Pflegethema

Zentrale Frage ist der Personalbedarf — Entbürokratisierung notwendig

Mehr als einmal war in der Aktuellen Stunde am Donnerstag im oberösterreichischen Landtag die Rede davon, dass man parteiübergreifend an einem Strang ziehe und auch ziehen müsse — und zwar, was das Thema Pflege betreffe. Es müsse alles unternommen werden, um die Personalbedarf zu decken, braucht man doch bis zum Jahr 2025 laut Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ) zusätzlich 1600 Pflegekräfte. Über konkrete Maßnahmen wird ab 17. Oktober in einem eigens eingerichteten Unterausschuss debattiert, wobei etwa für OÖVP-Sozialsprecher Wolfgang Hattmannsdorfer die Stoßrichtung klar ist: Es gelte der Grundsatz „mobil vor stationär“, es brauche eine Entlastung pflegender Angehöriger und es müsse eine Ausbildungsoffensive für Pflegekräfte gestartet werden. So soll die Ausbildungslücke zwischen dem 15. und 17. Lebensjahr geschlossen werden, die Ausbildung für Wiedereinsteiger attraktiviert werden — was auch LR Gerstorfer anpeilt — und, so Hattmannsdorfer, Pflegeassistenz-Kräfte sollen bereits nach einem Jahr Ausbildung im mobilen Bereich eingesetzt werden können.

Wie der OÖVP-Sozialsprecher plädierte auch FPÖ-Sozialsprecherin Ulrike Wall dafür, auch für die Pflegestufen 1 bis 3 das Pflegegeld zu erhöhen, insgesamt brauche es eine bessere Unterstützung der pflegenden Angehörigen.

„Zeit für die Menschen, nicht für das Papier“

Weitgehend einig war man sich auch, dass die Arbeitsbedingungen für das Pflegepersonal insbesondere auch durch eine Deregulierung und Entbürokratisierung verbessert werden müssen. Er habe nicht weniger als 18 kontrollierende Instanzen gezählt, zeigte Gemeindebundpräsident LAbg. Hans Hingsamer auf. Dokumentation sei wichtig, „aber am Ende des Tages soll Zeit für die Menschen übrig bleiben, nicht für das Papier“, so Hingsamer.

Nach Ansicht von Grün-Mandatarin Ulrike Schwarz wird auch einer besseren Bezahlung kein Weg vorbeiführen, damit aus einem „wichtigen Job auch ein sehr attraktiver Job wird“.

Dem Wunsch von LR Gerstorfer, betreubares Wohnen für die Pflegestufen 1 bis 3 zu schaffen, hielt FPÖ-LH-Stv. und Wohnbaureferent Manfred Haimbuchner freilich die finanzielle „Erwartung nach einem Konzept auf dem Boden der Realität“ entgegen.