Große Fantasie und strahlende Augen

Eine Auswahl, die Theater für Kinder macht, gibt Einblick

„Pumuckl und der große Krach“ (theater tabor) zu sehen am 1. März im Pfarrheim Ottensheim und am 7. und 15. März im Theater Maestro Linz
„Pumuckl und der große Krach“ (theater tabor) zu sehen am 1. März im Pfarrheim Ottensheim und am 7. und 15. März im Theater Maestro Linz © theater tabor

Ob es das Leuchten in den Augen der Kinder ist oder ihre unmittelbaren und ehrlichen Reaktionen — Kindertheater zu machen, ist für die Protagonisten eine Herzensangelegenheit. Sie stellen für das junge Publikum jede Menge Angebote auf die Beine — immer mit hohem Anspruch an die Qualität des Gebotenen.

Geht es nach Andreas Baumgartner, Künstlerischer Leiter am Linzer Theater des Kindes, muss es „Theater für Kinder“ heißen und nicht „Kindertheater“. So soll es schon sprachlich gleichziehen mit Produktionen für Erwachsene. Die Arbeit als Theatermensch unterscheide sich in der Qualität nicht, wenn für Kinder produziert wird.

Diese Prämisse hat auch das Kinderkulturzentrum Kuddelmuddel. „Junge Menschen sagen sehr schnell, was ihnen gefällt und was nicht. Wenn es ihnen gefällt, dann versprühen sie so eine große Freude. Es ist ein sehr direktes Feedback“, beschreibt Leiter Manfred Forster und betont: „Es ist sehr wichtig, dass wir auch aufs Land und in die Stadtteile gehen mit unseren Angeboten. Und es ist wichtig, kleineren Produktionen und Themen, die nicht Mainstream sind, Raum zu geben.“

„Botschaft übermitteln“

Nicht nur Linzer Institutionen setzen immer wieder kulturelle Höhepunkte für Kinder und Jugendliche. In Wels beginnt beispielsweise am 12. März das Figurentheaterfestival. Mit dabei ist u. a. Gerti Tröbinger mit ihrem Sohn und dem Stück „Walle, walle manche Strecke“ (13. März, 9 Uhr, Alter Schl8hof Wels, ab 6 Jahren). „Am besten gefällt mir die Intensität, mit der Kinder dabei sind. Sie halten sich nicht zurück — auch nicht mit verbalen Kommentaren“, erzählt Tröbinger, die seit über 25 Jahren Theater für Kinder macht. Ihr gehe es nicht nur um Bespaßung, sondern darum, Themen auszuwählen, die eine Botschaft übermitteln — auf einem Niveau, auf dem sich ebenso die Erwachsenen angesprochen fühlen. Und auch sie bringt ihre Werke mit ihrer Wanderbühne aus dem Ballungsraum hinaus: „Absolut wichtig!“ So sieht das auch ihre Kollegin, Margit Zierhut. Sie gastierte kürzlich im Kindergarten Rohrbach. „Viele Eltern der Kinder können nicht einfach mal schnell nach Linz ins Kuddelmuddel fahren.“ Zierhut liebt an ihrer Arbeit, dass Kinder noch so eine große Fantasie haben und sie mit ihnen in diese Welt eintauchen kann.

„Man muss ehrlich sein“

Es geht um das Theaterpublikum von morgen. Und dem widmet sich beispielsweise auch die Bruckmühle Pregarten gerne, heuer u. a. mit der Eigenproduktion „Räuber Hotzenplotz“ (ab 4 Jahren) zum 20-jährigen Bestehen. „Wir müssen schauen, dass wir unser Kulturgut ,Theater’ für die Zukunft erhalten und das fängt bei den ganz Kleinen an“, sagt Geschäftsführer Richard Maynau. Die Bedürfnisse der Kinder werden ernst genommen: „Man muss grundlegend ehrlich sein, weil dich die Kinder gleich durchschauen. Ein Kind verlierst du während dem Stück sofort, Erwachsene haben oft mehr Geduld.“

Sein 20-jähriges Bestehen feiert auch das theater tabor in Ottensheim. Es zeigt im März wieder „Pumuckl und der große Krach“ (ab 5 Jahren) im Pfarrheim, gastiert am 8. März mit „Pippi Langstrumpf“ (ab 5) und am 7. Juni mit „Tiger & Bär — Janosch“ (ab 3) auf der Hofbühne Tegernbach. „Wir machen nur Eigenproduktionen, jedes Jahr ein bis zwei für Kinder. Derzeit haben wir sieben Kinderstücke im Repertoire“, klärt Alexandra Luger auf. Finanziell sei es ein schwieriges Pflaster. Das theater tabor präsentiert seine Werke zuerst in Linz, im Theater Maestro und tourt dann durch den deutschsprachigen Raum. In Ottensheim genießen kleine Gäste aus dem gesamten Mühlviertel und sogar aus Salzburg oder Passau die Werke für Kinder.

Sowohl in Linz als auch im Umland begeistert das team:semestro. Heute gastiert es im Kulturhaus ImSchöffl in Engerwitzdorf mit „Die Legende von Mulan“ (ab 6 Jahren).

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