Großrazzia in Justizanstalt Garsten nach Häftlingsausbruch

In der Justizanstalt Garsten (Bezirk Steyr-Land) ist am Mittwoch eine unangekündigte Großrazzia durchgeführt worden. Gesucht wurde vor allem nach verbotenen Dingen wie Handys, waffenähnlichen Gegenständen, Drogen und Ausbruchswerkzeug. Anlass für die Kontrolle war der Ausbruch von zwei Häftlingen Ende Juni, teilte eine Sprecherin von Vizekanzler und Justizminister Clemens Jabloner mit.

In der Früh sei an die Justizanstalt Garsten der Einsatzbefehl für die Durchsuchung ergangen. 30 dortige Justizwachebeamte, 76 aus acht weiteren Gefängnissen sowie aus der Strafvollzugsakademie und dem Ausbildungszentrum Linz rückten zum Einsatz aus. Trotz teils täglich oder wöchentlich stattfindenden Routinekontrollen habe Jabloner zur “Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung” die Schwerpunktdurchsuchung veranlasst. Konkret gehe es darum, in dem ehemaligen Kloster “neuralgische Punkte” zu finden, um künftig Ausbrüche zu verhindern, so die Sprecherin weiter.

Die beiden Häftlinge hatten sich mit Werkzeugen aus einem Gefängnis-Betrieb den Weg in die Freiheit geschlagen. Aus einer etwa 20 mal 30 Zentimeter großen Öffnung in der Geschoßdecke gelangte das Duo aus der gemeinsamen Zelle über den Dachboden auf das Dach des Anstaltsgebäudes und seilte sich von dort ab. Seitdem sind die beiden untergetaucht.

Schließlich wurden laut Justizministerium 45 verbotene Gegenstände sichergestellt. Konkret wurden 20 spitze, messerähnliche Gegenstände, acht Werkzeuge, zwei Handys, ein Internet- und vier USB-Sticks, vier unbekannte Substanzen und sechs unerlaubte elektronische Geräte bei der Durchsuchung entdeckt, hieß es. Insgesamt wurden 158 Inhaftierte, 83 Zellen und vier Betriebe durchsucht.

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