Großzügige Schenkung an Landesmuseum

Familie von Walther Kastner übergab 233 Fronius-Werke an Land OÖ

V. l.: LH Thomas Stelzer mit Diemut Kastner (Nichte des Sammlers), Otfried Michael Kastner und Walter Kastner (beide Neffen des Sammlers)
V. l.: LH Thomas Stelzer mit Diemut Kastner (Nichte des Sammlers), Otfried Michael Kastner und Walter Kastner (beide Neffen des Sammlers) © Land OÖ

Die Nachkommen des aus Gmunden stammenden Juristen und Sammlers Walther Kastner haben vor einiger Zeit angekündigt, dem OÖ. Landesmuseum 233 Grafiken des großen österreichischen Malers und Zeichners Hans Fronius (1903-1988) schenken zu wollen. Mitglieder der Familie haben die Sammlung, die sich bisher als Leihgabe in der Wiener Albertina befand, nun offiziell dem Land OÖ übergeben. „Wir bewahren seit 1975 den Hauptteil der umfangreichen, etwa 1500 Werke umfassenden Sammlung Walther Kastners, die nun durch die 233 Grafiken ergänzt und aufgewertet wird. Wie die bereits jetzt im Museum befindlichen Grafiken werden die Blätter von Hans Fronius in der Grafischen Sammlung verwahrt und entsprechend den Vorgaben des Schenkungsvertrags mindestens einmal in 25 Jahren in einer Ausstellung gezeigt“, so Landeshauptmann Thomas Stelzer.

Das Land OÖ ist auf mehrfache Weise eng mit Hans Fronius (1903-1988) verbunden. Ausdruck dessen war u. a. die Ausstellung „Hans Fronius und Oberösterreich“ zum 10. Todestag des Künstlers im Stift St. Florian, zu der ein umfangreicher Katalog erschien. Dieser behandelt das Verhältnis von Fronius zu seinen oö. Freunden und würdigt u. a. die künstlerische Auseinandersetzung von Fronius mit dem Schaffen von Adalbert Stifter und August Strindberg. Einen Schwerpunkt bildet der Grafikzyklus „Endlösung“, in dem Fronius bereits 1961 die Gräuel von Mauthausen verarbeitete. 1991/92 und 1995/96 fanden in der Landesgalerie Ausstellungen über Fronius statt. Ergebnis der intensiven, bis zu ihrem Tod anhaltenden Zusammenarbeit des Landesmuseums mit der Witwe des Künstlers war die Herausgabe des umfangreichen Briefwechsels zwischen Fronius und Alfred Kubin, die eng miteinander befreundet waren.