„Grünes Licht“ für Wienroithers Trainingsrückkehr

Die Maske ist für Höbinger und Co. im Teamcamp ständiger Begleiter © APA/GEORG HOCHMUTH

Österreichs Frauen-Fußball-Nationalteam kann im für den Aufstieg entscheidenden EM-Spiel gegen Norwegen am Freitag (21.00 Uhr/live ORF 1) in Brighton wieder auf Laura Wienroither bauen. Die Arsenal-Legionärin hat eine Coronaerkrankung samt leichten Symptomen überwunden und bekam am frühen Mittwochnachmittag dank einem passenden Blutbefund „Grünes Licht“ für eine Rückkehr in den Trainingsbetrieb.

„Sie wird heute einsteigen. Wir werden schauen ob sie alles macht und wie es ihr geht, aber sie ist absolut eine Option für Norwegen“, sagte ÖFB-Teamchefin Irene Fuhrmann. Auch, da die Infektion harmlos war. „Sie hatte maximal ein bisschen Halsweh und Schnupfen und war auch schon am Rad“, so die 41-jährige Wienerin. Wienroither war am Samstag positiv getestet worden und hatte deshalb das Duell mit Nordirland (2:0) am Montag verpasst.

Zuvor hatte sie beim 0:1 gegen England im Eröffnungsspiel im Old Trafford durchgespielt. Nach mehreren negativen Testresultaten wurde sie am Dienstag medizinisch genauestens durchgecheckt. Dabei gab es keine Auffälligkeiten. Mit Katharina Naschenweng gibt es dafür seit Dienstag eine neue Corona-Patientin. Es kündigt sich ein ähnlicher Verlauf an. „Sie hat einen Schnupfen, es geht ihr grundsätzlich gut. Das ist das Entscheidende für mich“, betonte Fuhrmann.

Die Corona-Thematik zieht sich somit wie ein „roter Faden“ durch das Turnier. Schon zuvor hatte Stürmerin Lisa Kolb aufgrund eines positiven Ergebnisses gar nicht mitreisen können. „Es ist halt einfach nervig und bitter, weil uns immer wieder die eine oder andere Option fehlt“, gab die ÖFB-Teamchefin zu. Aufgrund der letzten zwei Jahre sei das Team aber bezüglich dieser Thematik gerüstet. „Sie gehen auch ganz positiv damit um, auch wenn es ihnen in der ersten Phase sehr leid tut für die Spielerin“, so Fuhrmann.

Für Trübsal blasen ist bei der Endrunde keine Zeit. „Es hilft nichts, wir müssen nach vorne schauen und sofort wieder lösungsorientiert sein“, gab die Ex-Kickerin die Marschroute vor. Das unterstrich auch Offensivakteurin Julia Hickelsberger-Füller: „Natürlich spielt das Thema ein bisschen eine Rolle, aber wir blenden das aus. Es ist wie es ist, wir können nichts daran ändern.“

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Sehr wohl in der Hand hat das ÖFB-Team, die Turnierteilnahme über die Gruppenphase hinaus zu verlängern. Dafür reicht am Freitag ein Punktgewinn. „Wir spielen auch für die Kathi, damit wir da weiterkommen und sie dann wieder Teil der Mannschaft sein kann“, so Hickelsberger-Füller. Ihre Teamkollegin Marie-Therese Höbinger bezeichnete es als „fast Herz zerreißend“, wenn Mitspielerinnen getrennt vom Team die Zeit am Zimmer verbringen müssten.

Zudem sei natürlich auch die Angst da, selbst ausfallen zu können. „Trotzdem darf man sich davon nicht zu sehr beeinflussen lassen, muss die Normalität drinnen halten, die Abläufe so machen wie immer, damit man dann auch sportlich zu 100 Prozent da ist“, sagte die 21-Jährige.

Testpflicht für die Spielerinnen gibt es von UEFA-Seite keine mehr, der ÖFB setzt aber im Falle von Symptomen auf Tests, um einen Cluster zu verhindern. „Wir sind da sehr verantwortungsbewusst und die Spielerinnen auch“, so Fuhrmann. Höbinger bestätigte das. „Jeder denkt nicht nur für sich, sondern eben auch für die Mannschaft. Keiner will andere Leute anstecken, irgendwelche schweren Verläufe riskieren.“

Dass es keine verpflichtenden offiziellen Testreihen gibt, findet sie gut. „Das wäre nicht mehr gut, wir müssen in die Normalität zurück, der Virus ist schon extrem abgeschwächt, deshalb testen wir nur nach Wohlempfinden und bei Symptomen“, erläuterte Höbinger. Dass die UEFA keine einheitlichen fixen Regelungen vorgegeben hat, ist zu hinterfragen. „Es ist unverständlich, weil manche Teams machen den Eindruck, dass sie gar nicht testen. Ich will niemand anschwärzen, kann ich auch nicht, weil sie es eben nicht müssen“, verlautete Fuhrmann.

Noch mehr ärgert sie nach wie vor, dass nur 23-Frau-Kader zugelassen worden sind, während es bei der vergangenen Männer-EM und der kommenden Männer-WM 26 sein werden. „Es hätte uns geholfen, nicht unbedingt, dass man die 26 auch alle einsetzt, aber im Trainingsprozess. Wenn ich heute elf gegen elf was machen will, wird es sich nicht ausgehen. Es ist nicht die Qualität, wenn dann zwei bis drei Betreuer mitspielen“, meinte Fuhrmann.

Die UEFA-Begründung, dass die Corona-Entwicklung zum Entscheidungszeitpunkt eine andere war, ließ sie nicht gelten. „Dann muss man sie halt adaptieren“, so Fuhrmann. Wieder einmal dürfte das Geld eine Rolle gespielt haben. „Ich gehe davon aus, dass es finanzielle Gründe gibt“, vermutete auch Fuhrmann, die sich auch darüber ärgerte, dass im Old Trafford „teilweise UEFA-Leute ohne Maske“ herumgerannt seien.

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