Gschiel: „Ich stresse mich nicht“

Hinter Eishockey- und Wasserski-Ass Alex Gschiel liegt trotz Corona-Krise Top-Saison

Die Wasserski-Saison wird heuer für Alexander Gschiel nur in minimierter Form stattfinden, die Ziele bleiben trotzdem hoch.
Die Wasserski-Saison wird heuer für Alexander Gschiel nur in minimierter Form stattfinden, die Ziele bleiben trotzdem hoch. © privat

So viele Wochen am Stück war Alexander Gschiel schon lange nicht mehr daheim. Seit knapp zwei Jahren lebt das VOLKSBLATT-TopTalent von 2018 in Norwegen, wo Gschiel in der Nordic Hockey Academy seine Ausbildung zum Eishockey-Crack genießt, während er in den Sommermonaten die Wasserski-Konkurrenz aufmischt.

Rechtzeitige Heimreise

Derzeit sind dem 16-Jährigen aufgrund der Corona-Krise die Hände gebunden. Das hält den Trauner aber nicht davon, seinem fröhlichen Gemüt gerecht zu werden und eine gewisse Gelassenheit an den Tag zu legen. „Ich stresse mich nicht wirklich. Ich denke nicht so sehr an das Negative, es ist nicht so in meinem Kopf, dass es mich blockiert“, erklärte Gschiel.

Bis Mitte März weilte der MYCN-Linz-Athlet noch in Norwegen, „dann ist alles ziemlich schnell gegangen“, schilderte er. Das erste Play-off-Spiel wurde abgesagt, Schulen und Eishallen wurden geschlossen, es folgte die problemlose, weil rechtzeitige Heimreise im (fast leeren) Flugzeug.

Heim-Training und Home-Schooling

Nun hält sich Gschiel, dessen Freundin in Norwegen wohnt, in der Heimat fit. Die Einheiten sind klar strukturiert, die Athletik steht im Vordergrund. „Es taugt mir eigentlich, daheim zu trainieren, zum Glück haben wir auch viel Platz“, so der Youngster. Auch die Schule wird von daheim übers iPad erledigt. Kein Problem für den noch 16-Jährigen, der übrigens längst fließend norwegisch spricht.

Topscorer im Team

Die Saison war bis zum Abbruch höchst erfolgreich verlaufen. Sein Klub Skien IHK erreichte zum ersten Mal in der Geschichte die Play-offs, im U18-Team war Gschiel Topscorer und kam sogar in der U21 zu ersten Einsätzen. Im Jänner ging es für 13 Tage zum Triple-A-Turnier nach Boston, wo er ebenfalls zum Topscorer avancierte. „Eine super Erfahrung zu sehen, wie die Amerikaner spielen und leben“, so der bekennende US-Fan. Der Aufenthalt, im Zuge dessen freilich auch ein Besuch eines NHL-Spiels nicht fehlen durfte, hat seinen ohnehin fest verankerten Traum von einer Karriere in der besten Eishockey-Liga der Welt weiter befeuert. „Die Amerikaner sind sehr offen und sportfanatisch und sie spielen mit viel Leidenschaft. Das Spiel ist einfacher gehalten, es wird versucht, die Scheibe mit ein, zwei Pässen zum Tor zu bringen“, so der Oberösterreicher.

WM erst nächstes Jahr

Die unmittelbaren Ziele muss Gschiel vorerst hinten anstellen, im Wasserski wurde etwa die WM bereits auf nächstes Jahr verlegt, die EM steht auf äußerst wackeligen Beinen. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. „Ein bisschen ärgerlich ist es schon, weil ich mir sehr hohe Ziele gesteckt habe. Dafür darf ich bei der U17-WM auch nächstes Jahr noch starten.“ Sicher ist jedenfalls: „Das wird heuer ein Entwicklungsjahr.“

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