Gut-Behrami gewinnt Abfahrt in Val di Fassa vor Siebenhofer

2/100 Sekunden haben Ramona Siebenhofer am Freitag bei der Weltcup-Premiere in Val di Fassa auf den dritten Sieg in ihrer Karriere gefehlt. Die Steirerin musste sich nur der Schweizerin Lara Gut-Behrami geschlagen geben, die damit die Führung im Gesamtweltcup von der Slowakin Petra Vlhova (9.) übernahm. Tagesdritte wurde Weltmeisterin Corinne Suter aus der Schweiz. Auch im Abfahrtsweltcup pirscht sich Gut-Behrami in Abwesenheit der verletzten Italienerin Sofia Goggia heran.

Siebenhofer nahm den Schwung nach drei fünften Plätzen bei der Alpin-Ski-WM in Cortina in den Weltcup mit, es ist der erste Stockerlplatz für sie in dieser Saison. Und der fünfte ihrer Karriere nach den zwei Siegen in den Cortina-Abfahrten 2019 und zuvor zwei dritten Rängen 2015 und 2018. Die Trendumkehr schaffte die 20-Jährige mit der „riskanten“, wie sie erklärte, Aktion vor der WM, als sie Weltcuprennen ausgelassen und einen Trainingsblock in Tarvis eingelegt hatte.

„Das ist eine Riesengenugtuung, nach über zwei Jahren wieder am Stockerl zu sein. Ich habe sehr viel gearbeitet, viel Material abgestimmt. Ich habe schon im Training in Tarvis gemerkt, dass sehr viel weitergegangen ist. Es war ein mutiger Schritt vor der WM, der sich ausgezahlt hat“, wusste Siebenhofer.

Sie habe gemerkt, dass sie wieder der Chef sei, dass sie Gas geben könne. Wegen der 2/100 Sekunden dachte sie einmal kurz nach, ärgerte sich aber nicht wirklich, zumal sie am Samstag in der zweiten Abfahrt die Chance hat, es noch besser zu machen. „Der Berg liegt mir sichtlich. Ich freue mich auf morgen. Vielleicht sind dann die Hundertstel auf meiner Seite.“

Vor allem im unteren Teil gelang es Gut-Behrami besser, den Speed mitzunehmen. Im Abfahrtsweltcup liegt Goggia, die Gewinnerin von vier Saison-Abfahrten, mit 480 Punkten voran, ihre Verfolgerinnen Suter und die Tagesfünfte Breezy Johnson (USA) mit je 330 sowie Gut-Behrami mit 283 machten etwas Boden gut. Gut-Behrami müsste aber die beiden noch ausstehenden Rennen in Val di Fassa und beim Finale in Lenzerheide gewinnen, um die Kugel noch einzuheimsen.

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Die Weltmeisterin in Super-G und Riesentorlauf und Abfahrtsdritte der WM führt nun aber im Gesamtweltcup mit 1.047 Punkten vor Vlhova (1.018) und Michelle Gisin (SUI/836). „Der Gesamtweltcup wird in Lenzerheide eine Rolle spielen. Bis dahin fahre ich ein Rennen nach dem anderen. Der Fokus liegt auf der Abfahrt von morgen. Es ist ein spezieller Hang, nicht so schwierig. Die Herausforderung ist, die richtige Mischung aus Attacke und fein auf den Ski stehen zu finden. Ich habe noch ein bisschen Arbeit auf morgen hin, denn der Abstand ist knapp“, sagte Gut-Behrami nach ihrem 31. Weltcupsieg.

Tamara Tippler wurde als zweitbeste Österreicherin Zwölfte (+1,24 Sek.). „Die große Freundschaft ist es immer noch nicht, die Gefahr auf dem Berg ist, dass man zu hart fährt. Ich habe das richtige Mittelding noch nicht gefunden.“ Auf Rang 13 landete Mirjam Puchner (+1,29), auf 15 Stephanie Venier (+1,39). „Da war nichts heute, ich habe wieder alte Fehler begangen, den Schwung angestellt, anstatt ihn durchzuziehen. Das Gute ist, dass es morgen noch eine Chance gibt, das besser zu machen“, sagte Puchner.

Ihr Comeback nach fast zwei Jahren Pause wegen zwei Kreuzbandrissen im März 2019 und März 2020 gab Cornelia Hütter. Für Punkte reichte es als 37. nicht. „Der Rückstand ist nebensächlich, auch wenn ich mir ein bisschen mehr erhofft habe. Es war sehr emotional, es war doch eine lange Zeit, die ich weg gewesen bin. Der Körper ist bereiter als der Kopf für schnelle Fahrten. Aber es ist einfach wichtig, wieder reinzufinden für die nächsten Jahre“, sagte Hütter.

Das Knie sei stabil gewesen, was ihr Zuversicht für die kommenden Monate bringe. Die zweite Abfahrt am Samstag lässt die Steirerin aus, um den Verletztenstatus nicht zu verlieren, im Super-G am Sonntag wird sie am Start sein. „Super-G habe ich mehr trainiert, aber ich habe trotzdem keine Erwartungen. Ich will einfach mit Freude fahren.“

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