Gut behütet mit Keplers Dreieck

Der neue Sponsionshut der JKU wird in der Kreativwerkstätte des Diakoniewerks gefertigt

Das Kreativteam der Diakoniewerkstätte mit Regionalleiterin Karin Schaubmaier (r.), den Mitarbeitern Andrea Wögerbauer (2. v. r.) und Peter Breuer (3. v. r.) sowie Geschäftsführer Gerhard Breitenberger bei der Übergabe der Hüte an JKU-Rektor Meinhard Lukas (4. v. l.)
Das Kreativteam der Diakoniewerkstätte mit Regionalleiterin Karin Schaubmaier (r.), den Mitarbeitern Andrea Wögerbauer (2. v. r.) und Peter Breuer (3. v. r.) sowie Geschäftsführer Gerhard Breitenberger bei der Übergabe der Hüte an JKU-Rektor Meinhard Lukas (4. v. l.) © JKU/Prietzel

Von Michaela Ecklbauer

Ausgereift und bereits in Serie gegangen ist der neue Sponsionshut der Johannes Kepler Universität, der in seiner Form an das „Kepler-Dreieck“ angelehnt ist. Das Modell von Kunstuni-Student Simon Hochleitner, das an einen umgedrehten Pyramidenstumpf erinnert, setzte sich in der Studentenschaft bei einer Facebook-Präsentation gegen die Entwürfe von drei Konkurrenten durch. Produziert werden die Hüte jetzt in der Kreativwerkstätte des Diakoniewerks Gallneukirchen.

„Wir haben uns das Modell angesehen, in welche Arbeitsschritte es zerlegt werden kann und ob der Hut von unseren begleiteten Mitarbeitern gefertigt werden kann“, schildert Karin Schaubmaier, Diakoniewerk-Regionalleiterin von Urfahr-Umgebung: „Sie sind gewohnt mit Papier und Stoff zu arbeiten und können auch die Nähtechnik. Wir überlegen uns dann, was es braucht, um das Produkt zu realisieren.“

Von den 14 Mitarbeitern in der Kreativwerkstätte, die es seit 2012 gibt, sind sechs aktiv mit der Produktion, der komplett handgemachten Sponsionshüte beschäftigt.
Drei Stunden dauert die Fertigung eines Hutes. Innerhalb von drei Monaten wurden die ersten 70 Stück gefertigt, an die Universität übergeben und kamen auch schon bei einer Sponsion zum Einsatz.

„Es ist eine schöne Arbeit, ich probiere gerne neue Sachen aus. Unsere Hüte sind viel schöner als die aus dem Fernsehen“, sagt Heidi Holzweber. „Wenn Menschen mit und ohne Behinderungen an einem gemeinsamen Projekt arbeiten, gemeinsam in einen Prozess gehen, jeder seine Fähigkeiten und Stärken einbringen kann, dann entsteht daraus etwas ganz Wertvolles“, weiß Diakonie-Mitarbeiterin Andrea Wögerbauer aus Erfahrung. Ihr Kollege Peter Breuer freut sich, dass ein „qualitativ hochwertiges Produkt entstanden ist, das durchaus am Markt mithalten kann“.

„Wir haben eine eigene Produktlinie, wo wir u. a. Topflappen, Stoffkörbe und Schürzen erzeugen, aber ein Auftrag von außen ist für unsere Mitarbeiter mit kognitiver oder körperlicher Beeinträchtigung eine besondere Motivation. Allerdings können wir nicht unter Zeitdruck arbeiten und keine hohen Stückzahlen liefern“, schildert Schaubmaier.
Es ist schön zu sehen, dass unsere Mitarbeiter eine tolle Arbeit leisten, Freude daran haben und das auch registriert wird. Sie sind sehr flexibel, wenn es darum geht, was Neues zu lernen.

„Der Hut angelehnt an das von Kepler beschriebene Dreieck ist identifikationsstiftend und damit ein bleibendes Alleinstellungsmerkmal für unsere Universität“, betont Rektor Meinhard Lukas: „Mit dem Diakoniewerk als Partner untermauern wir unsere gesellschaftliche Verantwortung.“

Als nächsten Schritt bastelt die Kreativwerkstätte an einer schicken Verpackung, so dass jeder JKU-Absolvent, der möchte, den Hut käuflich erwerben kann. Bis Weihnachten erfolgt die nächste Lieferung von 150 Stück.

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