Gute Bakterien können Therapie bei Depressionen unterstützen

Die Gabe von Probiotika für die Darmflora kann die Wirkung von antidepressiven Medikamenten verstärken. Das zeigt eine randomisierte kontrollierte Doppelblindstudie der Universität Basel und der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel, die im Fachmagazin „Translational Psychiatry“ veröffentlicht wurde.

Forschende vermuten schon länger, dass die Mikrobengemeinschaft im Darm die psychische Gesundheit und das depressive Verhalten beeinflusst. Deshalb stellt die sogenannte Mikrobiom-Darm-Hirn-Achse einen vielversprechenden Angriffspunkt für die Behandlung von Depressionen dar.

Das Basler Team nahm diesen Ansatz nun in einer Studie mit 47 Patienten, die in stationärer Behandlung waren, ins Visier. 21 der Probanden erhielten zusätzlich zu Antidepressiva ein probiotisches Multistamm-Präparat. Die Kontrollgruppe, bestehend aus 26 Personen, bekam neben der üblichen Behandlung ein Placebo.

Zwar milderten die Antidepressiva die depressiven Symptome in beiden Gruppen, doch der Zustand der mit Probiotika behandelten Patienten verbesserte sich deutlich stärker, wie die Universität Basel am Donnerstag mitteilte.

Wie die Analyse von Stuhlproben der Patienten ergab, erhielten die Probiotika die mikrobielle Darmvielfalt aufrecht und die Häufigkeit von Milchsäurebakterien nahm zu. Diese Zunahme ging mit einem Rückgang der depressiven Symptome einher. Allerdings verschwand der Effekt vier Wochen nach der Probiotika-Behandlung wieder. Studienautorin Anna-Chiara Schaub vermutet, dass vier Wochen Behandlung womöglich nicht lang genug sei und sich die Zusammensetzung der Darmflora erst nach einem längeren Zeitraum stabilisieren könnte.

Anders als in der Kontrollgruppe normalisierte sich auch die Hirnaktivität der Personen, die Probiotika erhielten. Das zeigten Untersuchungen im Magnetresonanztomografen.

„Mit zusätzlichem Wissen über die spezifische Wirkung bestimmter Bakterien wäre es möglich, die Auswahl der Bakterien zu optimieren und die beste Mischung einzusetzen, um die Therapie bei Depressionen zu unterstützen“, so die Forscherin Schaub.

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