Gute Note für Englisch-Kenntnisse

Englisch soll mit 2025/26 Pflichtgegenstand ab der dritten Klasse Volksschule werden

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) folgert aus den Ergebnissen, dass „die Vermittlung der grundlegenden Kompetenzen in Englisch funktioniert“.
Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) folgert aus den Ergebnissen, dass „die Vermittlung der grundlegenden Kompetenzen in Englisch funktioniert“. © APA/Pfarrhofer

Deutlich verbessert haben sich die Bildungsstandard-Ergebnisse der Schüler der vierten Klasse AHS bzw. NMS im Fach Englisch. Gegenüber der letzten Erhebung 2013 legten sie sowohl im Lesen als auch im Hören und Schreiben zu. Für die Standard-Erhebung im Frühjahr 2019 wurden rund 74.200 Schüler der achten Schulstufe in den Kompetenzbereichen Hören und Lesen, eine repräsentative Stichprobe auch im Bereich Schreiben abgetestet.

Im Hören und Lesen erreichten fast alle Schüler die durch den Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GERS) vorgegebenen Regelstandards auf den GERS-Niveaus A2 und B1. Im Lesen blieben nur vier Prozent darunter (2013: 14 Prozent), im Hören ein Prozent (2013: drei Prozent). Lediglich beim Schreiben verfehlten 23 Prozent die Regelstandards (2013: 37 Prozent). Dazu kommt, dass sich die Leistungsunterschiede zwischen den einzelnen Gruppen verringert haben: NMS-Schüler haben sich stärker verbessert als AHS-Schüler, Kinder mit Migrationshintergrund stärker als einheimische Kinder und Kinder aus bildungsfernen Familien stärker als Kinder von Eltern mit mindestens Matura. Leicht aufgeholt haben auch die Burschen gegenüber den Mädchen.

Digitalisierung als Vorteil

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) führt das unter anderem auf die Digitalisierung zurück: So stehen praktisch alle Schulbücher mittlerweile als E-Books samt Audiounterstützung zur Verfügung, Kinder würden sich YouTube-Videos oder Serien auf Englisch ansehen, dazu kämen zahlreiche Lern-Apps. Darüber hinaus will er aber ab 2025/26 Englisch auch an den Volksschulen von einer verbindlichen Übung zum Pflichtgegenstand machen — zunächst in der dritten, im Jahr darauf auch in der vierten Klasse. Der Unterschied: Verbindliche Übungen müssen zwar besucht werden, im Unterschied zum Pflichtgegenstand gibt es aber keine Benotung.

Auf dem richtigen Weg

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Praktisch kaum Unterschiede gibt es diesmal zwischen den einzelnen Bundesländern. Beim Hören etwa liegt das beste Bundesland (Salzburg) um nur 20 Punkte vor dem schlechtesten (Kärnten), beim Lesen beträgt der Höchst-Abstand ebenfalls nur 20 Punkte (Burgenland gegenüber Kärnten). Daher ist auch der einhellige Tenor aus den Ländern positiv. „Wir möchten uns an dieser Stelle besonders bei den Pädagoginnen und Pädagogen bedanken, die tagtäglich hervorragende Arbeit leisten. Nur durch ihr Engagement sind solche Ergebnisse möglich“, erklären etwa Bildungsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander und Bildungsdirektor Alfred Klampfer. Nach der letzten Überprüfung 2013 habe man die Ergebnisse analysiert und gemeinsam mit den Standorten Maßnahmen entwickelt. „Jetzt zeigt sich, dass wir hier die richtigen Schritte gesetzt haben“, so Klampfer.

Künftig werden statt der Standardüberprüfung in der vierten und achten Schulstufe in der dritten und siebenten Schulstufe verpflichtend „individuelle Kompetenz- und Potenzialmessungen“ durchgeführt und im jeweils darauffolgenden Jahr zur Kontrolle noch einmal abgetestet. Anders als bei den Bildungsstandards bekommt hier auch der jeweilige Lehrer die Ergebnisse, kann sie in seine Note einfließen lassen und muss sie auch mit den Eltern besprechen. Übrigens: Getestete Schüler können „ihre“ Englisch-Ergebnisse ab 25. Februar online unter bist-rm.bifie.at abrufen.

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