Haken bei den hohen Hacken

High Heels machen nicht nur einen „schlanken Fuß“, sondern sie stellen auch eine Herausforderung für den gesamten Körper, besonders für Sehnen und Gelenke, dar. Haltungsschäden, Rückenbeschwerden und Vorfußveränderungen können die Folge von zu vielen Zentimetern sein. Hochlegen der Beine, Massieren und vor allem viel barfuß gehen sind als Ausgleich unbedingt angesagt.

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Hohe Absätze sind stylemäßig top, anatomisch aber ein Flop. Mediziner wissen, dass regelmäßiges Tragen von High Heels – vor allem bei jungen Frauen – mehr als bedenklich sein kann. Sie machen nicht nur einen „schlanken Fuß“, sondern sie stellen auch eine Herausforderung für den gesamten Körper, besonders für Sehnen und Gelenke, dar: Die High Heels.

Von Haltungsschäden bis Vorfußveränderungen

Ab drei Zentimetern fängt es an ungesund zu werden. „Neben Haltungsschäden, Gelenküberlastungen und Verspannungen, die in schlimmen Fällen ein Hohlkreuz, Rücken- beschwerden oder Arthrose verursachen können, kann es zu Sehnen oder Muskelverkürzungen sowie zu Fersen-, Sprunggelenk- und Vorfußveränderungen kommen“, schildert Unfallchirurg Raimund Gattringer vom LKH Rohrbach. Abgesehen von gebrochenen Knöcheln, wenn man beim Gehen mit den hohen Absätzen umkippt.

Muskelfasern verkürzen sich dramatisch

Wissenschafter der Universität Wien haben zudem festgestellt, dass die Muskelfasern in den Waden von Stöckelschuhträgerinnen um 13 Prozent kürzer sind als bei anderen Frauen. Je höher die Absätze und je enger der Schnitt der Schuhe, desto mehr verlagert sich das Gewicht auf die Zehen und die Fuß- ballen, die dadurch stark zusammengedrückt werden. Daraus resultiert oftmals der Verschleiß oder die Fehlstellung des Großzehengelenks, auch bekannt unter Hallux Valgus bzw. Spreizfuß. Schmerzhafte Hammer- und Krallenzehen sowie entzündliche Veränderungen der Vorfußnerven sind weitere Begleiterscheinungen.
„Eine britische Studie zeigte, dass jede zehnte Teilnehmerin bereits eine ärztliche Behandlung aufgrund des hohen Schuhwerks hinter sich hatte, beinahe die Hälfte hatte sich schon einmal den Knöchel verdreht. Trotz Schmerzen und Wunden gaben mehr als 60 Prozent der Befragten an, nicht auf hochhackige Schuhe verzichten zu wollen“, so Gattringer.

Tipps für verträgliches Schweben aus High Heels

Daher setzt der Experte auch auf einen konstruktiven Umgang mit den modischen „Musts der warmen Jahreszeit“: „Absätze bis circa fünf Zentimeter sind unbedenklich, zwei bis drei Zentimeter werden empfohlen. Höhere Absätze sollten nicht jeden Tag getragen werden“, betont der Rohrbacher Mediziner. „Nehmen Sie sich für zwischendurch – etwa am Arbeitsplatz – ein angenehmes Schuhwerk zum Wechseln mit. Und achten Sie auf die Stabilität der Schuhe: Keilabsätze verteilen das Gewicht besser als Bleistiftabsätze.“ Riemchen sind eher abzulehnen, weil sie einen schlechten Halt bieten. Auch regelmäßiges Hochlegen der Beine und massieren der Füße hilft den beanspruchten Extremi- täten. Wer zuhause barfuß oder in Socken geht, darf beim Promenieren in der City gern ein paar Zentimeter höher unterwegs sein.