Halloween nach „Corona-Ostern“ für Handel wichtiger Zwischensprint

Umsätze werden gebraucht, bevor Weihnachtsgeschäft laufen muss

Bereits Anfang Oktober fanden sich Adventkalender im Handel, Osterhasen waren heuer Ladenhüter (Foto unten)
Bereits Anfang Oktober fanden sich Adventkalender im Handel, Osterhasen waren heuer Ladenhüter (Foto unten) © Steiner

Morgen ist Halloween – ein Fest, das man heuer am liebsten öffentlich streichen will. Dennoch frohlockt der Handel. Der US-amerikanische Brauch sei längst in Österreich angekommen und positioniere sich aufgrund seiner wirtschaftlichen Bedeutung für den heimischen Handel als „Fasching 2.0“, heißt es beim Handelsverband. Der Nachfrage nach Süßigkeiten, Kostümen, Perücken, Schmink-Utensilien, Dekorationsartikeln sowie Party-Zubehör täte auch Corona keinen Abbruch, meint Handelsverbandchef Rainer Will: „Corona-bedingtes Cocooning lässt die Österreicherinnen und Österreicher mehr Zeit zuhause verbringen, man holt sich Halloween ins Wohnzimmer. Es wird zuhause konsumiert, gruselig geschmückt, es werden Kürbisse geschnitzt, vor allem in Haushalten mit Kindern und in der Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen. Im Schnitt geben die Konsumenten 20 Euro aus – je jünger desto mehr“, erklärt er.

Lebensmittelhandel spürte „Corona-Ostern“

Halloween als „Ostern2.0“ – das wäre wohl für den Lebensmittelhandel nicht das Nonplusultra heuer. Denn Familienfeiern waren zu Ostern Mangelware – rund um die erste Corona-Welle war kaum jemanden zu feiern zu Mute. Noch Wochen später wurde in den Supermärkten versucht, Schoko-Osterhasen mit Mega-Rabatten von bis zu 70 Prozent an den Mann zu bringen. Bei allen führenden Handelsketten betonte man auf Anfrage, dass nicht verkaufte Hasen nicht weggeschmissen oder – wie immer wieder vermutet –zur Wiederverwertung eingeschmolzen wurden. Meist wird die Ware an soziale und karitative Vereine weitergegeben.

Das Weihnachtsgeschäft indes wurde im Lebensmittelhandel bereits Anfang Oktober gestartet, vor allem Adventkalender werden schon groß angepriesen. Ein gutes Weihnachtsgeschäft ist vor allem heuer wichtig. „Die Weihnachtsfeiertage inklusive Silvester und Ostern sind im Lebensmittelhandel die beiden wichtigsten Saisonen. Daher war Ostern während des Lockdowns heuer für uns schwierig und natürlich haben wir in manchen Bereichen weniger Umsatz gemacht als normalerweise“, heißt es etwa bei Spar. Sollte es zu keinem Lockdown kommen, rechnet man bei Spar und auch Hofer mit einem guten Weihnachtsgeschäft, wie man gegenüber dem VOLKSBLATT betont. Der Grund: Anders als in Jahren zuvor sind heuer viele Menschen nicht in südlichen Gefilden auf Urlaub und feiern Weihnachten daheim.

Und wenn doch eine zweite Corona-Welle kommt? Man sei vorbereitet, heißt es bei Rewe (Merkur, Billa, Penny, Adeg): „Selbstverständlich planen wir die Aussteuerung des Sortiments im Detail, auch in Hinblick auf eine zweite Corona-Welle“, heißt es ohne auf nähere Details eingehen zu wollen. cs

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