Hamas und Fatah wollen nun gemeinsam regieren

Vertreter der verfeindeten Palästinenser-Organisationen unterfertigten Versöhnungsabkommen — Gemeinsame Regierung ist das Ziel

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Die Freude unter den Palästinensern war groß (oben), als Saleh al-Aruri (l.) von der Hamas und der Leiter der Fatah-Kommisison, Asam al-Ahmad, das Abkommen unterzeichneten. Eine offízielle Reaktion Israels blieb vorerst aus.
Die Freude unter den Palästinensern war groß (oben), als Saleh al-Aruri (l.) von der Hamas und der Leiter der Fatah-Kommisison, Asam al-Ahmad, das Abkommen unterzeichneten. Eine offízielle Reaktion Israels blieb vorerst aus. © AFP/Hams, AFP/Desouki

Eine zehnjährige, oft als Bruderkrieg bezeichnete Auseinandersetzung ist seit gestern zumindest formal Geschichte: Die rivalisierenden Palästinenser-Organisationen Hamas und Fatah haben in Kairo ein Abkommen zur Versöhnung geschlossen und ein entsprechendes Dekret unterzeichnet.

Einheitsregierung soll bis 1. Dezember stehen

Vorgesehen ist nun, dass eine palästinensische Einheitsregierung spätestens ab 1. Dezember die volle Kontrolle im Gazastreifen übernimmt. Bislang regiert der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas mit seiner Fatah lediglich in dem von Israel besetzten Westjordanland. Der Gazastreifen hingegen steht unter der Herrschaft der Hamas, als Folge eines militärischen Sieges gegen die Fatah im Jahr 2007. Nun sollen Hamas-Mitglieder an der Regierung beteiligt werden. Bereits Anfang November soll Abbas‘ Präsidentengarde die Kontrolle über den Grenzübergang Rafah nach Ägypten von der Hamas übernehmen.

Die radikalislamische Hamas wird bislang von den USA, der EU und Israel als Terrororganisation eingestuft. Sie spricht Israel das Existenzrecht ab und fordert die gewaltsame Errichtung eines islamischen Palästina vom Mittelmeer bis zum Jordan.

Unklarheit über Zukunft des militärischen Arms

Die Ezzedin al-Kassam-Brigaden, der militärische Arm der Hamas, beging immer wieder Anschläge gegen Israel. Weiter unklar ist, was mit den Hamas-Kämpfern geschehen soll. Die Hamas will den bewaffneten Widerstand gegen Israel eigenen Angaben zufolge nicht aufgeben. Abbas hingegen besteht darauf, dass „alles in den Händen der Palästinensischen Autonomiebehörde“ liegen müsse.

Abbas freut sich, Hamas-Sprecher ebenso

Palästinenserpräsident Abbas nannte das gestrige Abkommen eine „endgültige Vereinbarung“ zur Beilegung des Konflikts. Hamas-Sprecher Hazem Qassem gratulierte „unserem palästinensischen Volk“ zur Einigung.