Handel expandiert auf Sparflamme – Run auf teure Bestlagen

Die Expansion heimischer Handelsbetriebe läuft auf Sparflamme – es werden deutlich weniger Standorte gesucht als noch vor wenigen Jahren. Und: Das Angebot an leer stehenden potenziell geeigneten Flächen ist fast fünf mal so groß wie die Nachfrage. Gefragt sind fast ausschließlich frequentierte Bestlagen, obwohl die kaum oder nur sehr teuer zu bekommen sind, sagt der Standortberater Regioplan.

Am expansivsten zeigen sich – wie schon in den Vorjahren – der Bekleidungs- und der Lebensmittelhandel sowie die Gastronomie. Zwar werde insbesondere der stationäre Bekleidungshandel vom weiterhin aufstrebenden Onlinehandel massiv attackiert, doch würden fast 100 Vertriebslinien eine Standortexpansion planen. Das seien aber oft sehr spezialisierte Geschäftstypen, nämlich “sehr exklusiv, sehr innovativ, sehr cool”.

Im Gastronomiebereich seien die aktuellen Trends weiterhin Hamburger, Asia-Food, mexican und vegan – und das alles möglichst emotional aufgeladen, erklärt Regioplan. Auch im Lebensmittelhandel würden signifikant mehr neue, spezialisierte Betriebstypen auf den Markt drängen, die den aktuellen Trend zu veganen, biologischen, umweltbewussten und regionalen Produkten folgen würden.

Klassische Lebensmitteldiskonter wie Lidl, Hofer und Penny haben nach Beobachtung des Standortberaters ihr Expansionstempo etwas gedrosselt. Dagegen würden Vertriebslinien wie Action, Tedi, NKD oder KiK munter weiter expandieren. Diese Diskonter würden auch von den mehr als 300 freigewordenen Standorten der letzten Jahre profitieren – etwa durch Filialschließungen von Charles Vögele, Vögele Schuhe, Strandmeister, C&A, Zielpunkt, Mister*Lady, Syndikat usw.

Laut der neuen jährlichen Erhebung von Regioplan bei über 800 Filialisten und Franchisesystemen planen heuer rund 420 heimische Handels- und handelsnahe Unternehmen eine Expansion. Diese Unternehmen würden aber nur 1.100 Standorte suchen, deutlich weniger als noch vor wenigen Jahren. Demgegenüber stehe ein Angebot an derzeit leer stehenden potenziell geeigneten Flächen in Österreich von grob geschätzt 5.000. Unter dem Run auf teure Bestlagen würden Nebenlagen mit geringer Frequenz leiden.

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