Harley-Davidson LiveWire Color

Die LiveWire ist ein gelungener Elektroerstling der Amis. Mittels Kabel aufladbar fährt die Harley-Davidson wie am Schnürchen – und von Beginn an mit mächtig Punch.

Polarisierend: Das trifft auf Harley-Davidson zu; und erst recht auf die erste rein elektrische Maschine aus dem Ami-Stall, die LiveWire.

Das Projekt LiveWire startete bereits 2014 und seit knapp einem Jahr gibt es hierzulande den 106 PS starken Zweisitzer – um gut 33.000 Euro.

Typenschein

Harley-Davidson LiveWire Color

Preis: ab € 33.905,- inkl. Steuern und Abgaben; Testmotorradpreis € 33.905,-
Steuer: € 0,- jährlich
Garantie: vier Jahre ohne km-Begrenzung, fünf Jahre ohne km-Begrenzung auf RESS
Service: erstes Service nach 1600 km, danach jährlich oder alle 8000 km

Technische Daten:
Motor: Flüssigkeitsgekühlter Dreiphasen-Permanentmagnet-Elektromotor, 78 kW/106 PS bei 11.000 U/min, max. Drehmoment 116 Nm bei 0-5000 U/min
Akku: 15,5 kWh-Lithium-Ionen-Batterie
Reichweite (WMTC): 158 km
Antrieb: Kupplungsfreier Riemen-Direktantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 177 km/h
Fahrwerk: Dreiteiliger Leichtmetall-Brückenrahmen, Lenkkopfwinkel 24,5°, 43 mm USD-Gabel, hinten Showa-Zentralfederbein, Federweg vorne/hinten 155/155 mm, vorne 300 mm Doppelscheibenbremse, hinten 260 mm Einscheibenbremse

Eckdaten:
Regelsysteme: ABS, TCS, C-TXS, DSCS
Sitzhöhe: 780 Millimeter
Gesamtlänge: 2135 Millimeter
Radstand: 1490 Millimeter
Eigengewicht: 249 Kilogramm
Gesamtgewicht: 430 Kilogramm
Reifen vorne: 120/70 ZR17 58W
Reifen hinten: 180/55 ZR17 73W

Optisch sofort als Harley erkennbar: Tiefe Sitzposition, mächtige Silhouette, breite Lenker. Den Elektromotor lässt sie optisch nicht so leicht raushängen.

Dafür verfügt sie über einen sogenannten Heartbeat – eine Art künstlicher Pulsschlag, denn E-Motoren sind anders als Verbrenner im Stand prinzipiell nur still und sonst gar nichts. Das verleiht der LiveWire Charakter.

Der Antritt der Elektro-Harley ist dann prompt und brachial, der Sound indessen sanft-schnurrend. Die Boys aus Milwaukee haben übrigens den Motor „Revelation“ getauft, übersetzt also Offenbarung – und das mächtige Bike offenbart bereits nach wenigen Minuten ihre Vorzüge und Grundcharakter: Wenn notwendig furios und ansonsten virtuos.

Die Werte dahinter sind ja auch beeindruckend: 106 PS und 116 Newtonmeter, wobei die Newtonmeter von null an bereitstehen! Die Rekuperation lässt sich stufenweise regeln – Kundige und vorausschauende Fahrer können so fast gänzlich auf die solide arbeitenden Bremsen verzichten.

Als Hauptbatterie der LiveWire fungiert ein wiederaufladbares Gleichstrom-Energiespeichersystem (Rechargeable Energy Storage System, RESS) aus Lithium-Ionen-Zellen mit einer maximalen Gesamtkapazität von 15,5 Kilowattstunden, das zentral im Leichtmetallgussrahmen positioniert wurde. Das bringt eine sehr stabile Grundposition mit sich, wobei die LiveWire generell zur sportlichen Sitzhaltung einlädt.

Die Ausstattung der fein einlenkbaren und im Fahrwerk voll einstellbaren Maschine ist großzügig: Unter anderem Assistenzsysteme, Touch-Bildschirm, sieben Fahrmodi (davon drei frei konfigurierbar) und Keyless-Go. Das Standard-Ladekabel ist unter dem weichen Sitz untergebracht. An der Haushaltssteckdose fließt Strom für 20 Kilometer in den Akku. Eilige können mittels Gleichstrom-Schnellladung den Akku binnen 40 Minuten von null auf 80 Prozent bringen.

Fazit

Sehr gelungener Einstieg der Amis in das Segment der E-Motorräder. Der Punch beim Antritt macht süchtig, der Preis ist happig und sportliche Tagestouren sind mit der LiveWire nicht möglich.

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