Harriet Krijgh: Vivaldi (Deutsche Grammophon)

Ihre Solokarriere hat die niederländische Cellistin Harriet Krijgh ganz auf den Barockkomponisten Antonio Vivaldi aufgebaut. Das verrät auch ihr jüngst erschienenes Debütalbum, das sie gemeinsam mit der Amsterdamer Sinfonietta Cellokonzerten und Kammermusik von Vivaldi widmet. Dieser gilt ja bekanntlich quasi als Erfinder des Solokonzerts. Primär zwar als Geigenvirtuose mit über 200 viel gespielten Violinkonzerten, aber wie diese CD beweist, stehen Vivaldis Cellokonzerte seiner Musik für Geige in Sachen Virtuosität nichts nach. Die junge, in Wien lebende Künstlerin versteht es, Vivaldis Werk nach passenden Klangfarben und Ausdrucksformen zu interpretieren und verspürt dabei „Glanz und Wehmut“ in ihre Hand gelegt. So hört sich ihre Auslegung mit ganz anderen Phrasierungen und Verzierungen an und macht Vivaldis Werke zu ganz eigenen Meisterstücken. Neben den Konzerten für Cello, Streicher und Basso Continuo in F-Dur RV 412, c-Moll RV 401 und B-Dur RV 423 enthält die Einspielung die Doppelkonzerte für Violine und Cello RV 547 mit Candida Thompson und für zwei Celli RV 531 mit Kaon Yamagami sowie Vivaldis berühmte Arie „Cum Dederit“ RV 608 aus der Psalmvertonung „Nisi Dominus“ in einer für Solocello arrangierten Fassung. Gedeutet mit einer Expressivität der Künstlerin, der die feinsten Gefühlsregungen zu ertasten Herzenssache ist.  G. Sz.

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