„Harry Potter“-Theaterstück will nun auch Hamburg verzaubern

Noch ist das riesige Areal rund um das Hamburger Mehr! Theater leer gefegt, doch ab dem 5. Dezember werden sich hier Tausende „Harry Potter“-Fans tummeln. Unter strengen Coronaauflagen feiert J.K. Rowlings Theaterstück „Harry Potter und das verwunschene Kind“ endlich seine Deutschlandpremiere, nachdem Corona dem Vorhaben im März 2020 zwei Tage vor dem Startschuss einen Strich durch die Rechnung machte und die Produktion in einen 20 Monate dauernden Dornröschenschlaf schickte.

„Das war schon heftig“, erinnert Hauptdarstellerin Jillian Anthony, die im Stück in die Rolle der erwachsen gewordenen Hermine Granger schlüpft. Auch für ihren Bühnenehemann Sebastian Witt – er spielt Ron Weasley – war das plötzliche Aus zwar ein Schock, aber rückblickend sei er „froh, dass es vor der Premiere passiert ist und man damals nicht kurz nach der Premiere abbrechen musste. So können wir jetzt noch einmal auf etwas hinarbeiten“, analysiert er im Rahmen eines Probenbesuchs im APA-Gespräch. Spielen werden die beiden Deutschen übrigens an der Seite eines Österreichers: Der aus Klagenfurt stammende Markus Schöttl, der am Konservatorium der Stadt Wien seine Ausbildung absolvierte und u.a. am Theater der Jugend und Theater der Josefstadt engagiert war, mimt den erwachsenen Harry Potter. Die drei Hauptdarsteller sind Teil des 35-köpfigen Ensembles, das in der extra dafür aufwendig umgebauten Halle tagtäglich für mehrere Stunden das Publikum im wahrsten Sinne des Wortes verzaubern soll.

Denn Rowling hat dieses achte, extra für die Bühne geschriebene „Harry Potter“-Abenteuer zweiteilig angelegt. Tickets können entweder für denselben Tag oder für zwei aufeinanderfolgende Tage gebucht werden – insgesamt wird man mehr als fünf Stunden in dieser selbst in den Foyers ganz auf die Zauberwelt getrimmten Halle verbringen. Wie aufwendig die Produktion ist, zeigt auch ein Blick in die Kostümwerkstatt: 100 verschiedene Perücken, 42 Zauberstäbe, 60 Umhänge und insgesamt 560 Kostüme fasst der Fundus. Mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind während der Vorstellung dafür zuständig, den Schauspielern bei den Kostümwechseln behilflich zu sein. Insgesamt sind rund 250 Mitarbeiter an der Produktion beteiligt.

In Hogwarts sind unterdessen 19 Jahre vergangen: Harry Potter ist mittlerweile Angestellter im Zaubereiministerium und Ehemann und Vater von drei Schulkindern. Als sein Sohn Albus Severus Potter sich zu ersten Mal auf die Reise zur Hogwarts Schule für Hexerei und Zauberei macht, erleben er und sein neuer Freund Scorpius Malfoy eine „atemberaubende Geschichte voller Magie und unerwarteter Wendungen“. Um ihnen zu helfen, stürzen sich auch die drei Freunde Harry, Ron und Hermine in ein weiteres Abenteuer.

Während Sebastian Witt schon als Kind „Harry Potter“-Fan war – „Es war das erste dicke Buch, das ich selbst gelesen habe“ -, musste sich Jillian Anthony im Zuge des mehrstufigen Vorsprechens erst einlesen. „Ich war schon Anfang 20, als die Bücher rauskamen. Einige Freundinnen haben damals davon geschwärmt, aber ich habe mich dem Hype entzogen“, lacht sie. Also hat sie einen Crash-Kurs in Sachen „Harry Potter“ absolviert und sich auch das Original in London angesehen, das 2016 zur Uraufführung kam, mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde und nach wie vor erfolgreich aufgeführt wird.

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Auch die Hamburger Veranstalter hoffen, an der Elbe einen Dauerbrenner zu landen. Weitere Spielorte sind New York, Melbourne und San Francisco. Da das Bühnenbild sehr umfangreich ist – insgesamt sind 42 Tonnen Material im Dach und 70 Tonnen im Boden verbaut -, ist ein Tourbetrieb nicht möglich, weshalb die Produktion nur an wenigen, extra adaptierten Häusern gezeigt werden kann. Eine weitere beeindruckende Zahl: Über 1.200 Scheinwerfer sorgen für 800 verschiedene Lichtstimmungen. Die Fans können also kommen. Abzuwarten bleibt, ob die Magie ausreicht, um Corona in Schach zu halten.

(S E R V I C E – „Harry Potter und das verwunschene Kind“ von J.K. Rowling und Jack Thorne im Mehr! Theater Hamburg, Regie: John Tiffany, Choreografie: Steven Hoggett, Bühnenbild: Christine Jones, Kostümbild: Katrina Lindsay, Musik & Arrangements: Imogen Heap, Lichtdesign: Neil Austin, Ton: Gareth Fry, Illusionen & Magie: Jamie Harrison, Music Supervision & Arrangements: Martin Lowe. Premiere am 5. Dezember. Weitere Termine: Mittwoch bis Sonntag (mit Ausnahmen rund um Weihnachten und Neujahr). Tickets ab 49.95 Euro pro Teil, Infos unter . Hamburg Tourismus bietet Reisepakete inkl. Tickets für beide Teile, Hotelübernachtung und Hamburg CARD ab 185,10 Euro an. Buchbar unter oder telefonisch unter (+49) 40 300 51 701.)

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