Harte Schale, weicher Kern

Rustikal, wie ein Pick-up auch sein soll, gibt sich der SsangYong Rexton Sports äußerlich wie auch im Innenraum. Doch – man glaubt es kaum – der koreanische Arbeiter hat auch seine weichen Seiten.

Der koreanische Autohersteller SsangYong – der übrigens seit 2011 mehrheitlich in indischer Hand ist – war lange Zeit nicht dafür bekannt, gefällige Autos für europäische Augen zu bauen. Kein Wunder also, dass die Autos dieser Marke – etwa Rexton, Tivoli oder Korando – auf Österreichs Straßen eher die Ausnahme als die Regel waren.

Dieses Bild wandelt sich nun schön langsam, die aktuellen SsangYongs sind deutlich europäischer geworden und neben den unvermeidlichen SUV versuchen sich die Koreaner seit Kurzem auch im Pick-up-Segment.

Der Weltöffentlichkeit vorigen März auf dem Genfer Automobilsalon unter dem Namen Musso vorgestellt, soll der Rexton Sports (wie er bei uns heißt) den Platzhirschen den Kampf ansagen.

Typenschein

SsangYong Rexton Sports 2.2 4WD A/T Icon

Preis: ab € 37.900,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 39.600,- inklusive Metalliclackierung € 700,- sowie 20-Zoll-Leichtmetallrädern und elektrischem Glasschiebedach € 1000,-; einen SsangYong Rexton Sports (2.2 2WD Work) gibt es ab € 27.400,-
NoVA/Steuer: 0 %/ € 856,44 jährlich
Garantie: 5 Jahre bis max. 100.000 km
Service: alle 20.000 km oder jährlich

Technische Daten:
Motor: R4, 16V, Common-Rail, Turbolader, Partikelfilter, 2157 cm³, 133,1 kW/181 PS bei 4000 U/min, max. Drehmoment 400 Nm bei 1400-2800 U/min
Getriebe: Sechsgangautomatik
Antrieb: Allradantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 12,1 s
Leistungsgewicht: 11,55 kg/PS
MVEG-Verbrauch: 10,9/7,2/8,6 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 9,6 Liter
CO2-Ausstoß: 226 g/km
NOx: 0,0712 g/km; Euro 6b

Eckdaten:
L/B/H: 5095/1950/1840 mm
Radstand: 3100 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 2090/2880 kg
Ladefläche: 1300/1570/570 mm
Zuladung: 613 kg
Anhängelast: 3000 kg
Tank: 75 Liter (Diesel)
Reifen: 4 x 255/50 R20 105H auf 20“-Aluss

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/LDW
Airbags: 6

Geländedaten:
Bodenfreiheit: 215 mm
Böschungswinkel vorne: 20,2°
Hinten: 22,5°

Die Zutaten? Ein stabiler Leiterrahmen, Schraubenfedern für die Hinterachse, eine mit Kunststoff verkleidete Ladefläche sowie ein relativ günstiger Preis, nämlich 39.600 Euro inklusive Metalliclackierung, 20-Zoll-Leichtmetallrädern und elektrischem Glasschiebedach. Der Rexton Sports baut auf dem größten SUV der Marke – dem Rexton – auf. Das bedingt eine relativ kleine Ladefläche für einen Pick-up sowie eine verhältnismäßig geringe Zuladung von bloß 613 Kilogramm, dafür kann sich die Anhängelast (drei Tonnen) sehen lassen. Der Rexton Sports ist maskulin gezeichnet, was sich vor allem bei den wuchtigen, ausgestellten Radhäusern, dem massiven Unterbodenschutz aus Kunststoff und den weit in die Seiten hineinragenden LED-Scheinwerfern manifestiert.

Während der Rexton Sports äußerlich den harten Bruder markiert, gibt er sich in der höchsten der vier Ausstattungslinie namens Icon weich, samtig und nobel. Ab Werk ist der Pick-up auch umfangreich bestückt, so zählen zum Beispiel Licht- und Regensensor, Tempomat, Klimaautomatik, Sitzheizung und –kühlung, Lenkradheizung, 9,2-Zoll-Tochscreen, Navi, Rückfahrkamera und elektrisch einstellbare Ledersitze zur Standardausrüstung. Darüber hinaus punktet der Pick-up mit seiner Höhe (Bodenfreiheit 215 Millimeter), was zu einer herrlichen Rundumsicht führt und mit opulenten Platzverhältnissen in der ersten Reihe. Etwas kuschliger geht es dann im Fond zu, in der vor allem die Kniefreiheit nicht an das Niveau der Mitbewerber heranreicht.

SsangYong hat dem Rexton Sports einen 2,2-Liter-Dieselmotor spendiert, der unaufdringlich, weich und harmonisch mit der Sechsgangautomatik interagiert. Der Vortrieb ist im Eco-Modus in Ordnung, im Sport-Modus jedoch kaum eine Spur besser und warum die Koreaner ein Staatsgeheimnis um die Beschleunigung von null auf hundert machen, entzieht sich unserer Kenntnis.

Auf hohem Niveau präsentiert sich das Fahrwerk, das sich von großen wie kleinen Unebenheiten nicht beeindrucken lässt. Sehr weich präsentiert sich auch die Lenkung, was vermutlich auf die Alufelgen zurückzuführen ist, welche ohne Zweifel hübsch anzusehen sind, bei solch einem Auto aber nicht unbedingt notwendig sind.

Im Gelände leistet sich der Rexton Sports auch keine Schwäche, der zuschaltbare Allradantrieb (standardmäßig wird die Hinterachse angetrieben) und das selbstsperrende Hinterachsdifferenzial machen´s möglich. Beim Verbrauch pendelt sich der Pick-up mit seinen weichen, fein dosierbaren Bremsen im Mittelfeld ein: Also knapp mit knapp zehn Litern je hundert Kilometer muss man rechnen.

Fazit: Sicher nicht das stärkste Arbeitstier im Pick-up-Revier aber ein gefälliger Geselle auch abseits befestigter Straßen zu einem sensationellen Preis.

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