Hauch der „Göttlichen Komödie“

Salzburger Festspiele: Neuinszenierungen von Castellucci, Kosky und Loy

Die Festspiele wieder mit Franz Welser-Möst, der am 29. Juli Puccinis „Il Trittico“ dirigiert. Wiedersehen II mit Ausrine Stundyte, zuletzt gefeierte Elektra: am 26. Juli in der Felsenreitschule.
Die Festspiele wieder mit Franz Welser-Möst, der am 29. Juli Puccinis „Il Trittico“ dirigiert. Wiedersehen II mit Ausrine Stundyte, zuletzt gefeierte Elektra: am 26. Juli in der Felsenreitschule. © Michael Pöhn, Petra Baratova

Die Salzburger Festspiele feiern kommendes Jahr eine Ausgabe, der zwischen alten Bekannten und jungen Talenten changiert – und sich die „Göttliche Komödie“ als Referenzpunkt für viele der Werke nimmt. Das gab Intendant Markus Hinterhäuser am Freitag bei der Präsentation der 2022 von 18. Juli bis 31. August dauernden Festspiele bekannt.

Die kommendes Jahr nicht mehr amtierende Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler nutzte die Gelegenheit zu einer Rückschau auf ihre 27 Amtsjahre mit gewohntem Augenzwinkern: „Ich flüchte mich in Zahlen, damit mich die Rührung nicht übermannt – oder überfraut. Ich bin ja Feministin.“

Für das kommende Jahr bleibe die Corona-Pandemie indes immer noch ein gewisses Damoklesschwert, machte Intendant Hinterhäuser deutlich: „Es ist immer noch eine Situation, die es uns nicht gerade leicht macht zu sagen, was letztendlich realisierbar sein wird. Ich bleibe bei dem Bebriff des nicht vorauseilenden Pessimismus.“

Im Opernbereich ist wieder ein guter Teil jener „Festspielfamilie“ an die Salzach, den Markus Hinterhäuser in den vergangenen Jahren zu Stammgästen gemacht hat. Bildermagier Romeo Castellucci wird erneut eine Inszenierung verantworten, genauer: zwei. Der Doppelabend aus Bartóks „Herzog Blaubarts Burg“ und Carl Orffs Mysterienspiel „De Temporum Fine Comoedia“ markiert in der Felsenreitschule am 26. Juli den Auftakt des Premierenreigens. Hierbei findet sich mit Teodor Currentzis ein ebenfalls wohlvertrautes Festspielgesicht am Pult und als Judith steht mit Ausrine Stundyte die gefeierte Elektra der Vorjahre auf der Bühne.

Auch Christof Loy ist nach seiner umjubelten „Cosí fan tutte“ wieder dabei und inszeniert am 29. Juli im Festspielhaus Puccinis „Il Trittico“, bei dem ihm mit Franz Welser-Möst ein Festspielveteran zur Seite steht. Und Salzburg-Liebling Asmik Grigorian singt in allen drei Teilen des Werks die Hauptrolle.

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Weitere Höhepunkte: Leos Janáceks Drama „Kát´a Kabanová“ (7. August) von Regiestar Barrie Kosky, Lydia Steiers Neueinstudierung ihrer bei der Premiere 2018 umstrittenen „Zauberflöte“ am 30. Juli, ebenfalls neu bearbeitet hat Shirin Neshat ihre „Aida“ von 2017 – dieses Mal ohne Anna Netrebko in der Titelpartie. Von den Pfingstfestspielen wird traditionell deren große Inszenierung übernommen, dieses Mal Rolando Villazóns „Il Barbiere Di Siviglia“.

So vertraut die Gesichter im Opernbereich, so neu sind jene des Sprechtheaters – sieht man vom komplett gebliebenen „Jedermann“-Team um Lars Eidinger und Verena Altenberger ab, das in Michael Sturmingers bekannter Inszenierung den Festspielreigen am 18. Juli einläutet.

Ein Merkmal sind heuer Klassiker-Überschreibungen wie jene von Yana Ross, die zehn Autorinnen zur Anverwandlung von Schnitzlers „Reigen“ lud (28. Juli). Ebenfalls eine Klassiker-Reflexion ist am 18. August Ewelina Marciniaks „Iphigenia“ auf der Perner-Insel. Insgesamt bietet man 174 Aufführungen an 17 Spielstätten, dazu 54 Aufführungen im Jugendprogramm. 224.933 Karten zwischen 5 und 455 Euro werden aufgelegt.

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