Haus der Geschichte wirft elf Blicke auf 1945

Das Haus der Geschichte Österreich (hdgö) macht aus der Not eine Tugend und geht angesichts der coronabedingten Schließung der Institution in der Neuen Hofburg ins Internet. “Elf neue Perspektiven auf 1945” heißt eine kleine Schau, die nun virtuell im Internet gestartet ist. Damit gedenkt man des Endes des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren mit elf konkreten Objekten.

Die neun Landesmuseen in Österreich und jenes in Südtirol haben je einen Gegenstand zu der virtuellen Schau begesteuert. Objekt Nr. 11 stammt indes aus dem hdgö selbst. Ziel ist, die liminale Phase des Übergangs zwischen einem Vergangenem und einem noch nicht Gewordenen zu zeigen. “Wir stellen elf Objekte in das Rampenlicht, die Ereignisse in jedem Bundesland 1945 zugänglich machen”, umriss hdgö-Direktorin Monika Sommer via Aussendung die Idee.

Mittels Fotografien und erläuternden Texten lassen sich nun Skurrilitäten wie ein aus Oberösterreich stammender Keksausstecher in Hakenkreuzform neben Zeitdokumenten wie dem englischsprachigen Programmzettel für die ersten Salzburger Festspiele nach dem Kriegsende betrachten. Aus Vorarlberg stammt ein NS-Gesetzbuch aus 1938, das – durch einen Granatensplitter unverwendbar geworden – noch lange in der Bibliothek einer Versicherung stand.

Tirol hingegen hat einen Schuh aus dem Besitz einer Kosakenfrau in Erinnerung an die Übergabe kosakischer Wehrmachtssoldaten und ihrer Angehörigen durch die Briten an die Sowjets beigesteuert. Und dass relativ schnell nach dem Fall der NS-Herrschaft die alten Embleme den neuen weichen mussten, zeigen beispielsweise ein niederösterreichisches KFZ-Kennzeichen, bei dem der NS-Reichsadler mit einem NÖ- und einem Österreichwappen übermalt wurde oder eine Kellertür aus der Steiermark mit überdeckter Hakenkreuzornamentik.

(S E R V I C E – )

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