Hausärztliche Versorgung sichern

LR Haberlander: „Finanzierung der Lehrpraxen ist ein wichtiger Baustein“

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„Die Sicherung der hausärztlichen Versorgung in Oberösterreich hat für uns oberste Priorität. Die Beteiligung an der Finanzierung der Lehrpraxen ist dabei ein weiterer wichtiger Baustein“, sagt Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander über die Einigung bezüglich Finanzierung. Angehende Allgemeinmediziner müssen am Ende ihrer Ausbildung ab Sommer 2018 ein halbes Jahr lang Praxisluft schnuppern. Das kostet pro Praktikant rund 27.000 Euro, 450 pro Jahr werden österreichweit erwartet.

Für die Finanzierung der Lehrpraxen gibt es nach langwierigen Verhandlungen eine österreichweit einheitliche Lösung: Länder und Sozialversicherungen übernehmen den Großteil der Kosten mit jeweils 32,5 Prozent in der Einführungsphase und jeweils 30 Prozent ab 2022. Der Bund beteiligt sich mit 25 Prozent, deckelt jedoch seinen Beitrag für die ersten drei Jahre bei vier Millionen Euro. Mehrkosten tragen wiederum Länder und Sozialversicherungen je zur Hälfte. Die Ärzteschaft beteiligt sich mit zehn Prozent bzw. ab 2022 mit 15 Prozent.

In Oberösterreich wurde darüber hinaus im gemeinsamen Modell für die Primärversorgung verankert, dass jedes Primärversorgungszentrum als Lehrpraxis zur Verfügung stehen muss bzw. auch Teile des Klinisch Praktischen Jahres dort absolviert werden können. „Wir werden weiterhin gemeinsam daran arbeiten, dass wieder mehr junge Menschen den spannenden Berufsweg der Allgemeinmedizin nehmen“, betont Haberlander.

Allgemeinmedizin muss interessanter werden

Gemeinsam heißt in diesem Fall mit den Gesundheitspartnern Ärztekammer und OÖ Gebietskrankenkasse. Ärztekammer-Präsident Peter Niedermoser verweist darauf, dass sich wegen der fehlenden Finanzierung der Lehrpraxis „bis jetzt viele Kolleginnen und Kollegen gegen die Ausbildung zum Allgemeinmediziner entschieden“ hätten. Aber, so Niedermoser: „Die Allgemeinmedizin ist die Basis der Gesundheitsversorgung eines Landes, die wir gemeinsam erhalten und für junge Medizinerinnen und Mediziner wieder interessanter machen müssen.“ Zumal speziell in ländlichen Regionen OÖGKK und Ärztekammer angesichts des Generationswechsels vor einer großen Herausforderung stehen. Aber, so ist OÖGKK-Obmann Albert Maringer überzeugt: Das grüne Licht zum Ausbau der Lehrpraxen sei „ein wichtiger Beitrag dazu, dass wir auch in Zukunft eine hervorragende, menschliche Versorgung durch Hausärzte sicherstellen können“.