Haushaltsenergiepreise sanken im Mai um 9,5 Prozent

Die Coronakrise hat auch die Ölpreise gedrückt und damit die Energiekosten der Haushalte gesenkt. Treibstoffe waren im Mai um rund ein Fünftel billiger als vor einem Jahr, Heizöl sogar um fast 30 Prozent, geht aus dem von der Österreichischen Energieagentur berechneten Energiepreisindex (EPI) hervor. Insgesamt war Haushaltsenergie um 9,5 Prozent günstiger als im Jahr davor.

Im Vergleich zum Vormonat April betrug der Preisrückgang 2,6 Prozent. Das war der vierte monatliche Rückgang in Folge. Die Energiepreise wirkten damit inflationsdämpfend auf den Verbraucherpreisindex, der gegenüber Mai 2019 lediglich um 0,7 Prozent gestiegen und gegenüber April 2020 um 0,6 Prozent gesunken ist.

“Trotz der Kürzung der Erdölförderung durch die OPEC+ schlägt die coronabedingt geringere Nachfrage deutlich auf die Preise der Erdölprodukte durch. Und diese wiederum beeinflussen den Energiepreisindex sehr stark”, so Energieagentur-Geschäftsführer Peter Traupmann. Im Mai hätten die Erdölpreise aber bereits wieder nach oben gezeigt, was mit der beginnenden wirtschaftlichen Erholung in China, dem nach den USA global größten Ölverbraucher, zu erklären sei. “In den nächsten Monaten werden wir daher auch wieder steigende Preise für Benzin, Diesel und Heizöl sehen”, erwartet Traupmann.

Superbenzin war laut Energieagentur im Mai um 22,1 Prozent billiger als vor einem Jahr, Diesel um 20,4 Prozent. Der Heizölpreis sank um 28,9 Prozent. Auch im Vergleich zum Vormonat April kostete Sprit weniger: Der Preis für Superbenzin sank um 5,3 Prozent, für Diesel um 5,2 Prozent. Heizöl war um 4,6 Prozent billige.

Wegen der Covid-19-Beschränkungen hätten die günstigeren Spritpreise jedoch zu keinem Mehrverbrauch geführt, so die Energieagentur. Die Bewegungsanalysen für die letzten Monate hätten eine Abnahme der Mobilität gezeigt. Allein aufgrund der Bedeutung des Verkehrs sei in der Energie- und Treibhausbilanz für 2020 ein Minus gegenüber 2019 zu erwarten. Wie das Beispiel der Finanzkrise 2008 zeige, sei die Reduktion von Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen in Folge einer geringeren Wirtschaftsleistung nur ein temporärer Effekt”, so Traupmann. “Die Klimakrise wird dadurch nicht gelöst werden. “Beim Weg aus der durch die Coronapandemie ausgelösten Wirtschaftskrise sei aber beabsichtigt, Milliarden-Beträge zu investieren, die auch dazu beitragen sollen, die Abhängigkeit unseres Energiesystems von Öl, Kohle und Erdgas zu überwinden.”

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Neben den Erdölprodukten verbilligte sich im Jahresvergleich auch Gas leicht: Der Preis sank um 0,7 Prozent. Strom war um 6,9 Prozent teurer als im Mai 2019, Fernwärme um 0,7 Prozent. Holzpellets kosteten um 1,5 Prozent mehr. Der Preis für Brennholz stieg um 1,4 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat April war Brennholz jedoch um 1,4 Prozent billiger. Holzpellets kosteten um 2,0 Prozent weniger. Unverändert waren die Preise für Strom, Gas und Fernwärme.

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