Havertz schoss Chelsea zum zweiten Champions-League-Triumph

Der Nachfolger von Bayern München als Champions-League-Sieger heißt Chelsea. Die „Blues“ setzten sich am Samstag in Porto im englischen Finale gegen Manchester City mit 1:0 (1:0) durch und feierten den zweiten Sieg im wichtigsten Bewerb des europäischen Clubfußballs nach 2012. Das Tor erzielte Kai Havertz in der 42. Minute, für den Deutschen sein erstes in der „Königsklasse“. Seinem Landsmann Thomas Tuchel bescherte er damit den ersten internationalen Titel als Trainer.

Im vergangenen Jahr war Tuchel mit Paris Saint-Germain noch an den Bayern gescheitert, kurz vor Weihnachten wurde er in der französischen Hauptstadt geschasst. Seinem Konterpart an diesem Abend, Pep Guardiola, blieb der dritte Champions-League-Erfolg, womit er zu Rekordhalter Carlo Ancelotti aufgeschlossen hätte, verwehrt. Seine beiden Titel hatte der Spanier mit seinem Stammverein FC Barcelona geholt, mit dem FC Bayern gewann Guardiola die Champions-League-Trophäe nie.

Die erste im Ansatz gefährliche Aktion verzeichnete Manchester in der 8. Minute, als Raheem Sterling nach weiter Vorlage von Torhüter Ederson links durchbrach, im Strafraum aber nach nicht idealer Annahme nur einen Eckball rausholte. Auf der Gegenseite trat Timo Werner mit einer Doppelchance in Erscheinung: in der 14. Minute schoss der Deutsche nach einer flotten Kombination flach auf Ederson, kurz darauf wurde sein Versuch per Grätsche abgelenkt.

Guardiola ließ ein extrem variables System mit 3-4-3-Grundordnung bei eigenem Angriff spielen, das sich je nach Ballbesitz und Feldposition blitzschnell ändern konnte. Linksverteidiger Oleksandr Sintschenko agierte zuweilen als weiterer zentraler Mittelfeldspieler, Kapitän De Bruyne und Phil Foden wechselten sich als „falsche Neun“ ab, da Guardiola auf einen gestandenen Mittelstürmer verzichtete. Die defensiven Mittelfeldspieler Fernandinho und Rodri saßen nur auf der Bank.

Als ein Kennzeichen der Partie kristallisierte sich bald heraus, dass Manchester zwar öfter den Ball hatte, aber kaum in die Gefahrenzone vordringen konnte. Antonio Rüdiger klärte einmal in Not gegen Foden (29.). Chelsea gelang das besser. Die Londoner mussten kurz vor der Pause einen Rückschlag einstecken, weil Abwehr-Bollwerk Thiago Silva verletzt vom Feld musste (für ihn kam in der 40. Minute Andreas Christensen). Diesen moralischen Dämpfer machte aber Havertz umgehend wett, als er nach Traumpass von Mason Mount den weit herausgeeilten Ederson umkurvte und seelenruhig einschob.

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In der zweiten Hälfte stellte Guardiola zwangsläufig um: De Bruyne ging in der 59. Minute angeschlagen vom Platz, für ihn kam mit Gabriel Jesus ein Mittelstürmer. Wenig später wechselte Guardiola auch Fernandinho ein, Christian Pulisic kam bei Chelsea für den glücklosen Werner in Spiel. Die „Citizens“ erhöhten nun den Druck und schnürten den Gegner ein, kamen aber weiterhin nicht zu Torchancen. Chelsea bot sich dadurch die Möglichkeit zu schnellen Kontern, Pulisic (72.) vermochte einen solchen nicht zum 2:0 abzuschließen.

Im Finish brachte Guardiola noch Sergio Aguero, für den Argentinier war es der letzte Einsatz im City-Trikot. Sein Lupfer-Versuch in der 85. Minute, der zur Beute von Torhüter Edouard Mendy wurde, zählte noch zu den besten Aktionen des englischen Meisters im gesamten Spiel. Riyad Mahrez schoss weit jenseits der 90. Minute über das Tor, nach sieben Nachspielzeit war die aus Sicht der mitgereisten Manchester-Fans enttäuschende Vorstellung zu Ende.

Im Gegensatz zum Bewerbsfinale vor einem Jahr in Lissabon fand das Spiel diesmal vor Zuschauern statt. 16.500 waren im Estadio do Dragao in Porto erlaubt, knapp 15.000 kamen schließlich. Vor dem Anpfiff gab es auf dem Rasen auch eine Eröffnungsshow mit musikalischen Elementen zu sehen.

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