HC Strache befeuert FPÖ-Spaltung

Blauer Ex-Vizekanzler will zurück in die Partei mit Kickl als Obmann

Weinerlicher Ex-FPÖ-Chef Strache bei seiner Rücktrittserklärung im Mai 2019 wegen des Ibiza-Videos.
Weinerlicher Ex-FPÖ-Chef Strache bei seiner Rücktrittserklärung im Mai 2019 wegen des Ibiza-Videos. © APA/Fohringer

Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache — er hatte nach dem Skandal rund um das Ibiza-Video Ende Mai 2019 als Vizekanzler der türkis-blauen Regierung zurücktreten müssen und wurde dann im Dezember auch noch aus der Partei ausgeschlossen — will jetzt zurück in die FPÖ und stellt sich hinter Klubchef Herbert Kickl und gegen den aktuellen Bundesparteiobmann Norbert Hofer.

Strache wirft seinem Nachfolger Hofer „Feigheit“ im Maskenstreit mit Kickl vor, weil er die Klubsitzung geschwänzt hätte. „Ich bin davon überzeugt, dass er als Parteiobmann nicht imstande ist diese Aufgabe zu meistern und ich glaube auch, dass er es aus gesundheitlichen Gründen nicht schafft“, sagte Strache in einem Interview mit „oe24.TV“.

Auf die Frage, ob er in die FPÖ zurückwolle, antwortet Strache: „Ja. Wir sind eine gemeinsame freiheitliche Familie, auch wenn einmal gestritten wird. Ich bin ein Teil dieser Familie und in Wahrheit gehört das auch amtlich gemacht.“

Er reiche Kickl und der FPÖ jedenfalls die Hand. „Schauen wir, ob Kickl selbst bereit ist, die Verantwortung zu übernehmen und sich zutraut als Obmann in der ersten Reihe zu stehen“, legte Strache nach.

Offizielles Nein zu HC

FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz erteilte Strache „im Namen der gesamten FPÖ“ prompt eine Absage. „Für Herrn Strache gibt es kein Zurück in die FPÖ. Er hat sich mit seinem Verhalten selbst aus der freiheitlichen Gemeinschaft ausgeschlossen. Dieser Akt ist erledigt und unumkehrbar“, so Schnedlitz in einer ersten Reaktion.

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In seinem ersten Interview nach seiner lebensbedrohlichen Covid-Erkrankung samt mehrtägigem Aufenthalt in der Intensivstation des Linzer Kepler Uniklinikums erzählt der oö. LH-Stv. und stv. FPÖ-Bundesparteiobmann Manfred Haimbuchner nun über die schweren Tage.

„Es war wirklich knapp“, „ich war in Lebensgefahr“, so Haimbuchner in der „Krone“. Er nimmt darin auch Stellung zu den innerparteilichen Debatten bei den Freiheitlichen und stellt sich hinter FPÖ-Obmann Norbert Hofer, indem er dessen Aussage von der „Selbstüberhöhung über andere Menschen“ in Bezug auf nicht maskentragende Abgeordnete im Parlament zustimmt: „Die Leute müssen ja, wenn sie einkaufen gehen, auch Maske tragen. Die verstehen deshalb diese Diskussion nicht.“

Haimbuchner vermeidet zwar jeden direkten Angriff auf Klubobmann Herbert Kickl, er bekennt sich aber klar zu Hofer, wenn er sagt: „Ich halte dieses Herumgesäge für absolut unanständig. Der Obmann verdient größte Loyalität. Und die hat er von mir, solange er Obmann sein will.“

Haimbuchner erzählt auch detailreich über den Verlauf seiner Erkrankung. Er habe nach einer Corona-Infektion eine „bakterielle Superinfektion“ bekommen. Anfangs habe er sich nichts dabei gedacht, dann sei aber alles ziemlich schnell gegangen. Er sei auf Anraten seines Arztes ins Spital und sei dort in den künstlichen Tiefschlaf versetzt worden. Dieser habe fünf Tage gedauert. „Es war eine schwere Zeit“, so Haimbuchner. Er spricht von Grenzerfahrung und will sich nach dieser künftig mehr Zeit für die Familie nahmen. „Ich bin dankbar für mein zweites Leben, das mir geschenkt wurde.“

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