Heinz-Christian Strache rechnet mit der FPÖ ab

Volles Haus beim Neujahrstreffen der „Allianz für Österreich“ in Wien

Mit dem Queen-Song „Don’t Stop Me Now“ zog Ex-FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache Donnerstagabend in die Wiener Sofiensälen ein — unter dem Applaus von fast Tausend Fans, die meisten ehemalige FPÖ-Sympathisanten, die den Umgang der Partei mit dem langjährigen Obmann kritisierten.

Strache war der Stargast und Gastredner des Neujahrstreffen der „Allianz für Österreich“ (DAÖ), aber Gründer und DAÖ-Parteichef Karl Baron ließ keinen Zweifel daran, dass man hoffe, dass Strache sich an die Spitze der Bewegung setze.

Danach übernahm Strache das Pult, nach 251 Tagen stand er wieder im politischen Rampenlicht. Rund eine halbe Stunde rechnete Strache mit seiner Ex-Partei ab. Viel sei in der ÖVP-FPÖ-Regierung weitergegangen, „aber dann kam Ibiza“ – ein „feiger Anschlag“, die die Grundfesten der Republik erschüttert habe und für ihn eine Lebenszäsur darstelle.

Er sei „abmontiert“ worden und dann sei nicht mehr viel übrig geblieben vom freiheitlichen Familiensinn, gegenüber seiner Frau habe sich die FPÖ schäbig verhalten und die FPÖ habe ihm die Schuld am Abschneiden bei der Wahl gegeben.

Doch das neue Führungstrio Norbert Hofer, Herbert Kickl und Manfred Haimbuchner hätten sich im Wahlkampf an die ÖVP angebiedert. Warum man sich nach dieser „Anbiederung“ geweigert habe, Verantwortung zu übernehmen und in Koalitionsverhandlungen zu treten, sei für ihn unbegreiflich. Grundsätzlich habe er 2005 eine Partei-Hülle übernommen und sie mit Inhalten gefüllt. „Ich war 14 Jahre die FPÖ“ und die FPÖ habe durch seinen Rauswurf „Kopf, Herz und Seele“ verloren. „Hier steht das Original“ und er schaue nun in die Zukunft und werde weder die Opferrolle, noch der Dauersündenbock spielen.

Liste HC-Strache?

Zum Abschluss erklärte Strache,dass es eine Bürgerbewegung brauche, die die aktuelle Parteienlandschaft aufmischt. Und er stellt in Aussicht, dass er in Wien mit einer Liste HC-Strache antreten könnte. Die Tageszeitung „Österreich“ veröffentlichte kurz vor der Veranstaltung eine Umfrage, die der DAÖ mit Strache an der Spitze den Einzug ins Parlament verheißt. Auf vier Prozent kämen die FPÖ-Abspalter demnach bei einem bundesweiten Antreten — während die FPÖ nur mehr zwölf Prozent (bei der NR-Wahl waren es 16,2) holen könnten.

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